20.07.2010 17:18 |

Sonne kehrt zurück

Nach Regenrekord und Blitz-Festival neue Hitzewelle

94,2 Liter pro Quadratmeter, und das in nur wenigen Stunden: In dem kleinen obersteirischen Ort Kalwang ist in der Nacht auf Sonntag so viel Regen gefallen wie schon seit 45 Jahren nicht mehr. Nach der enormen Hitze mit Spitzenwerten bis 37 Grad wurde Österreich durch nahezu flächendeckende Gewitter kräftig abgekühlt. Am Brenner etwa fiel die Temperatur von 32,7 auf nur 8,1 Grad. Absolut rekordverdächtig waren die 53.425 Blitze - allein am Samstag. Doch die nächste Hitzewelle ist schon im Anmarsch.

Zuerst stöhnten die Österreicher unter der enormen Hitze, dann flüchteten sie vor den heftigen Gewittern. Die vergangenen Tage waren aus meteorologischer Sicht ziemlich aufregend. Mit 36,9 Grad lieferte Ferlach (Kärnten) den absoluten Temperaturhöchstwert, gefolgt von einigen Ortschaften, die es ebenfalls locker über die 35-Grad-Marke schafften. Während am Samstag im Westen bereits Unwetter tobten und Hagel-Schauer unter anderem die Innsbrucker Altstadt verwüsteten, heizte sich der Osten Österreichs noch einmal so richtig auf, bevor auch dort der Himmel seine Schleusen öffnete.

Über 100 Liter Regen pro Quadratmeter
94,2 Liter pro Quadratmeter in der Nacht auf Sonntag bescherte Kalwang den ersten Platz in der Niederschlagsstatistik. Aber auch Puchberg am Schneeberg mit 82,9 Litern oder Linz mit 75 Litern brauchen sich nicht zu verstecken. Nach Analysen der Klimatologen von der ZAMG auf der Hohen Warte in Wien lag der Schwerpunkt der Niederschläge aber in Tirol. Zwischen Paznaun und Pitztal oder in den Kitzbüheler Alpen fielen stellenweise über 100 Liter pro Quadratmeter.

53.425 Blitze an nur einem Tag
Die nächtlichen Gewitter waren jedenfalls gut zu beobachten, denn sie wurden von insgesamt 53.425 Blitzen hell erleuchtet. Zum Vergleich: Im Schnitt werden in Österreich jährlich rund 170.000 Blitze registriert. Das "Epizentrum" lag südlich des Wechsels in der Oststeiermark sowie im benachbarten Burgenland. Allein dort zählte man deutlich über 10.000 Entladungen.

Abkühlung um 24,6 Grad
Was folgte, war eine kräftige Abkühlung. Spitzenreiter dabei war der Brenner, wo die Temperaturen von 32,7 auf 8,1 Grad fielen - Differenz: stolze 24,6 Grad. In Imst sackten die Quecksilbersäulen durch die Unwetter von 33,7 auf 10,2 Grad ab. Und auch in Klagenfurt wurde es um exakt 22 Grad kühler. Nicht ganz so drastisch purzelten die Temperaturen im Osten, was auf die Bewölkung zurückzuführen war, so Klimatologe Gerhard Hohenwarter.

"Es wird wieder heiß"
Die Prognose für die kommenden Tage sei recht einfach, muss Hohenwarter nicht lange überlegen: "Es wird wieder heiß." Mit 34 bis 36 Grad müsse stellenweise schon gerechnet werden - zuerst im Westen und Süden, dann auch im Osten des Landes. Ein meteorologisches Deja-vu kündigt sich dann am Samstag an: nämlich Gewitter.

Die Wetteraussichten im Detail: 

  • Für Mittwoch erwartet die ZAMG einen strahlend sonnigen Tag. Erst im Laufe des Nachmittages bilden sich im westlichen Bergland gebietsweise Quellwolken. In der Folge sind einzelne Wärmegewitter nicht ausgeschlossen, meist bleibt es aber trocken. Der Wind weht schwach aus überwiegend südlichen Richtungen. Die Frühtemperaturen liegen zwischen 13 und 19 Grad, die Tageshöchstwerte zwischen 27 und 34 Grad.
  • Noch heißer wird der Donnerstag: Der Sonnenschein überwiegt. Im Tagesverlauf entstehen über dem Bergland Quellwolken und in der Folge besonders im Westen einzelne Wärmegewitter. Der Wind bleibt meist schwach, lediglich in der Nähe der Gewitter teils lebhaft aus Ost bis Süd. Die Frühtemperaturen erreichen 16 bis 21 Grad und steigen tagsüber auf 28 bis 36 Grad.
  • Auch der Freitag beginnt noch verbreitet sonnig, allerdings bilden sich im Westen allmählich dichte Quellwolken mit teils kräftigen Regenschauern und Gewittern. Diese breiten sich im Tagesverlauf weiter ostwärts aus. Starkregen, Hagel und Sturmböen sind nicht auszuschließen. Am längsten trocken bleibt es im Osten und Süden, erst gegen Abend oder in der Nacht können Gewitter und Regen auftreten. Der Wind weht anfangs schwach aus Ost bis Süd, mit dem Durchzug von Niederschlägen dreht er auf Südwest bis Nordwest und frischt lebhaft bis kräftig auf. In der Früh ist es 17 bis 22 Grad warm, tagsüber werden 28 bis 36 Grad mit den höchsten Werten im Osten und Süden erreicht.
  • Am Samstag verläuft besonders die erste Tageshälfte in weiten Teilen des Landes noch recht wechselhaft, gebietsweise ist mit etwas Regen zu rechnen. Ab Mittag klingen die Niederschläge jedoch ab und die Sonne zeigt sich immer häufiger. Der Wind weht zumeist schwach, nur im östlichen Flachland mäßig bis lebhaft aus West bis Nord. Die Frühtemperaturen sinken auf 15 bis 23 Grad, die Tageshöchsttemperaturen erreichen 22 bis 29 Grad.
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