21.02.2020 15:59 |

Windows-Installation

Microsoft nötigt nun auch Europäer zu Online-Konto

In den USA ist es seit einigen Monaten gängige Praxis, nun hat Microsoft auch in Europa damit begonnen, Nutzer bei der Installation von Windows 10 für die Anmeldung am Gerät zur Erstellung eines Microsoft-Online-Kontos zu nötigen. Wer den PC bei der Installation mit dem Internet verbunden hat, dem wird die Alternative eines lokalen Kontos nicht einmal mehr angeboten.

Schon in der Anfangszeit von Windows 10 hat Microsoft bei der Windows-Installation mit optischen Tricks versucht, die Nutzer dazu zu bewegen, statt eines bloß lokal vorhandenen Windows-Kontos ein Microsoft-Konto zu erstellen. Groß wurde man bei der Installation auf die Anmeldung mit dem Microsoft-Konto hingewiesen, das lokale Konto blieb aber immerhin als kleine klickbare Fußnote im Installationsprozess erhalten. Damit ist bei neueren Windows-Versionen nun Schluss.

Wer Windows 10 ab Version 1909 auf seinen Computer installieren will und bei der Windows-Installation eine Verbindung mit dem Internet herstellt, der muss sich zwangsweise mit einem Microsoft-Konto anmelden, berichtet „Dr. Windows“. In den USA ist das schon seit Ende November gängige Praxis, mittlerweile findet diese Nötigung zum Online-Konto auch bei uns statt.

Online-Konto ist für Microsoft lukrativer
Die Intention ist klar: Wer sich mit seinem Microsoft-Konto am PC anmeldet, der ist für den Konzern schlicht wertvoller als ein Nutzer mit lokalem Konto. Das Online-Konto wird zur Anmeldung bei vielen Microsoft-Diensten wie OneDrive oder dem Microsoft Store benötigt, mit denen der Windows-Hersteller Geld verdienen will. Es ermöglicht auch die genauere Beobachtung der Nutzer - und, wenn diese bei der Installation nicht aufpassen, was sie Microsoft alles erlauben, personalisierte Werbung im System.

Genau hier liegt auch der Kritikpunkt an dieser Vorgehensweise: Viele Anwender sind der Meinung, dass es für die lokale Nutzung eines Computers nicht nötig sein sollte, dem Betriebssystemhersteller alle möglichen Daten über den User auszuhändigen und sich an dessen Zusatzdienste zu binden. Auch der Datenschutz bereitet Windows-Nutzern beim Online-Konto Sorgen. In Kleinunternehmen ist der Zwang zum Microsoft-Konto ebenfalls nicht gern gesehen, berichtet das IT-Portal „Golem“.

Für lokales Konto Internetverbindung trennen!
Wenn Sie den Zwang zum Microsoft-Konto bei der nächsten Windows-Installation umgehen wollen, sollten Sie darauf achten, dass Sie vor der Installation die Internetverbindung kappen. Stellt Windows bei der Installation fest, dass der PC nicht mit dem Internet verbunden ist, so bietet es die sonst unsichtbare Möglichkeit des lokalen Kontos auf einmal doch wieder an. Hier kommt die Nötigung zum Microsoft-Konto erst nach Abschluss der Installation in Pop-up-Form.

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft in die Kritik gerät, Kunden mit aggressiven Methoden zur Nutzung bestimmter Angebote und Programme zu drängen. Schon bei der Einführung von Windows 10, das im ersten Jahr kostenlos an bestehende Windows-Nutzer verteilt wurde, klagten viele User über die oft als penetrant empfundenen Update-Benachrichtigungen und Tricks, mit denen ihnen das neue System schmackhaft gemacht werden sollte.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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