Peinliche Panne

Fiskus „verschenkt“ konfisziertes Krypto-Geld

Digital
02.03.2026 13:48

Wie gewonnen, so zerronnen: Südkoreanische Steuerbehörden haben im Jubeleifer versehentlich die Passwörter zu beschlagnahmten Krypto-Wallets preisgegeben. Ein Großteil des konfiszierten Geldes wechselte daraufhin unfreiwillig den Besitzer.

Wie das US-Blog Gizmodo unter Berufung auf lokale Quellen berichtet, hatte die südkoreanische Steuerbehörde im Zuge von Ermittlungen gegen 124 Steuersünder Ende Februar Kryptowährungen im Wert von rund 8,1 Millionen Won (4,7 Millionen Euro) beschlagnahmt. Ihren Erfolg gab die Behörde tags darauf in einer Pressemitteilung bekannt.

Dabei unterlief ihr allerdings ein schwerwiegender Fehler. Denn auf Fotos waren nicht nur die sichergestellten Hardware-Wallets, also Datenträger zur Speicherung der Kryptowährungen zu sehen, sondern auch die dazugehörigen Wiederherstellungsphrasen, die als Hauptschlüssel für den Zugriff auf die Wallets dienen.

Getreu dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“, nutzte eine unbekannte Person die Gunst der Stunde, um nach Zahlung einer Transaktionsgebühr in insgesamt drei Chargen rund vier Millionen sogenannte PRTG-Token im Wert von mehr als vier Millionen Euro zu transferieren.

„Mangel an Menschenverstand“
Professor Jo Jae-woo von der Hansung University in Seoul bezeichnete den Vorfall als „gleichbedeutend mit einer Aufforderung, die Geldbörse zu öffnen und das Geld mitzunehmen.“ Er kritisierte: „Das mangelnde Grundverständnis der Steuerbehörden für virtuelle Vermögenswerte hat dazu geführt, dass eine Chance auf die Rückgewinnung von mehreren Milliarden Won für die Staatskasse vertan wurde.“

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