Vor Richter Gerhard Melichar bekannten sich der Ex-Angestellte (32) und der frühere Kunde (52) der Holzfirma am Innsbrucker Landesgericht umfassend geständig. Die beiden waren Ende 2005 übereingekommen, einander "finanziell auszuhelfen".
Was vor allem der verschuldete Kunde nötig hatte. Der 32-Jährige, zuständig für Verladung der Pellets, bekam von dem Kunden unter der Hand pro Verladung 150 Euro. Dafür verwog er bei dem 52-Jährigen jedes Mal nur einen Teil der Ladung. Danach stellte er den offiziellen Wiegeschein aus. Inoffiziell wurden die Lkw-Ladungen dieses Kunden danach jedes Mal "gratis" voll geladen.
Bei der geschädigten Firma kam man auf 164.000 Euro Schaden seit 2003. Nach internem Gerede Ende 2009 wurden die Wiegevorgänge kontrolliert und die beiden Angeklagten mittels Überwachungsvideo ertappt. Der Kunde bot Schadensgutmachung in Höhe von nur 70.000 Euro an. Er beteuerte, dass er erst seit 2005 mit der Holzfirma Geschäfte machte. Man einigte sich letztlich auf 90.000 Euro. Die wurden schon bezahlt.
Die unbescholtenen und geständigen Angeklagten kamen um unbedingte Haftstrafen herum. Aber sie müssen 2.850 Euro bzw. 3.600 Euro Geldstrafe bezahlen.
von Hans Licha, Tiroler Krone
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