Abgeräumt

Goldener Schuh und Titel des besten Juniors für Müller

Thomas Müller hat die Fußball-Welt überrascht. Fünf Tore und drei Vorlagen bei seiner ersten WM machten den deutschen Jungstar gleich zum Torschützenkönig. Fünf Treffer haben zwar auch David Villa aus Spanien, der Niederländer Wesley Sneijder und Diego Forlan aus Uruguay markiert, doch die Anzahl der Assists gab den Ausschlag zugunsten Müllers vom WM-Dritten Deutschland. Wenig überraschend wurde der 20-Jährige von Bayern München auch zum besten Junior-Spieler der Endrunde gewählt.

Bei der Verkündung der Ehrungen saß Müller mit dem deutschen Team am Sonntagabend bereits im Flugzeug auf dem Weg zurück nach Deutschland. Müller folgte mit seinen zwei Auszeichnungen zwei DFB-Kollegen nach, denn 2006 war Miroslav Klose Torschützenkönig und Lukas Podolski Jungstar des Turniers gewesen. Im Rennen um den besten aller nach dem 31. Dezember 1988 geborenen Akteure setzte sich Müller vor Andre Ayew aus Ghana und dem Mexikaner Giovani dos Santos durch.

Seit zwölf Monaten geht es für den Spieler mit dem berühmten deutschen Fußballer-Namen immer nur bergauf, von einem Höhepunkt zum anderen: Stammplatz im Bayern-Starensemble von Chefcoach Louis van Gaal, Meistertitel, DFB-Pokalsieg, Champions-League-Finale - und jetzt die sensationelle WM. "Für mich ist das eine Super-Bestätigung für die Arbeit in dieser Saison. Es freut mich, dass ich so einen Superlauf hatte", verkündete Müller.

"Es ist ein Wahnsinn"
Mit der Erfahrung von nur einem Länderspiel war Müller in die Vorbereitung auf Südafrika gegangen - mit fünf WM-Toren, der Bronzemedaille und einer Menge Lob im Gepäck flog er am Sonntag zurück. "Es ist natürlich ein Wahnsinn, wenn du neu zu einer WM kommst. Wenn mir jemand acht Scorer-Punkte vorhergesagt hätte, hätte ich auch gesagt, ihr spinnt doch alle." Für Müller war es einfach eine "Wahnsinns-WM", doch er sieht sich nur als einen Teil des ganzen afrikanischen Wintermärchens.

"Ich stecke mitten drin. Die Mannschaft hat mich unterstützt und es hat mich keiner auf dem Zettel gehabt", verwies er auf die unterstützenden Faktoren. "Die Mannschaft war auf einem Top-Level." Doch Rang drei war den Bayern-Spieler nicht wirklich ein Trost: "Natürlich hast du nach dem Spiel ein positives Gefühl. Trotzdem bist du im Halbfinale rausgeflogen. Jetzt können wir alle noch einigermaßen zufrieden nach Hause gehen. Und dann packen wir es halt das nächste Mal."

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