Opfer ging zur Polizei

Frecher Betrugsversuch mit angeblichem Telefon-Sex

„Eine Schweinerei, mir so etwas anzudichten und abkassieren zu wollen“, ärgert sich Johann G. über unbekannte Gauner, die ihn seit Wochen mit Mahnschreiben eindecken. Sie bezichtigen den 78-Jährigen, Telefonsex-Leistungen in Anspruch genommen zu haben. „Auf keinen Fall zahlen!“, rät LKA-Chefinspektor Gerald Sakoparnig.

Johann G. fiel aus allen Wolken, als ihn Anfang Dezember die erste schriftliche Mahnung einer Firma namens „Comera“ erreichte. „Mir wurde vorgeworfen, dass ich am 16. Oktober, exakt um 13.17 Uhr, über meinen Telefonanschluss ein Service für besondere sexuelle Ansprüche konsumiert haben soll. Ein absurder Vorwurf, der sich anhand meines Rufdatenauszugs auch widerlegen lässt“, ärgert sich der Pensionist.

Mehrere Mahnungen
Der 78-Jährige zahlte die geforderten 90 Euro nicht, erhielt dann Ende Dezember die nächste Mahnung, diesmal in Höhe von 198 Euro. G. reagierte wieder nicht, die übernächste Mahnung erreichte ihn am 13. Jänner. „Ich hab‘ den Fall inzwischen bei der Polizei angezeigt“, betont der Rentner.

Sitz in Tschechien
Für Gerald Sakoparnig, leitender Betrugsermittler im LKA, ist das kein Einzelfall. „So etwas kommt leider öfter vor“, erklärt der Chefinspektor. Die Betrüger würden offenbar in Tschechien sitzen, sich wahllos Opfer aussuchen und darauf hoffen, dass jemand bezahlt. „Das sollte man unbedingt bleiben lassen. Denn wer bezahlt, sieht sein Geld nie wieder“, so der Kriminalist.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Freitag, 18. September 2020
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