10.02.2020 06:06 |

70 Prozent Export

Das Geschäft mit dem Holz wächst

Salzburg baut auf Holz. Der nachwachsende Naturstoff hat eine lange Tradition und erlebt in der heimischen Wirtschaft einen regelrechten Boom. Bereits jedes dritte Einfamilienhaus ist aus Holz. Auf jede Gemeinde kommen im Schnitt zehn holzverarbeitende Betriebe und auch die Politik setzt nun auf den Werkstoff.

Der Öko-Trend spielt der Holzwirtschaft ordentlich in die Hände. Immerhin ist Holz das einzige Material, das nachwächst und CO2 speichert. In Salzburg erwirtschaftet die Holzindustrie rund 1,6 Milliarden Euro des Bruttoinlandsprodukts. Der Exportanteil liegt bei rund 70 Prozent. Das freut Gregor Grill, Geschäftsführer von proHolz: „Wir haben eine geschlossene Wertschöpfungskette.“ Das heißt, vom Baum bis zur Endverarbeitung passiert alles in Salzburg. Während bereits jedes dritte Einfamilienhaus aus Holz ist, gibt es gerade im mehrgeschoßigen Wohnbau noch Luft nach oben. „Jetzt ist die Politik gefordert, das Potenzial im eigenen Land zu nutzen“, ergänzt Grill.

Finanzieller Anreiz durch Wohnbauförderung
Die Landesregierung hat sich nun auf einen ersten Schritt geeinigt: Die kommende Novelle der Wohnbauförderung bringt mehr Unterstützung für den Holzwohnbau. Konkret werden die Zuschlagpunkte für Holzbauten verdoppelt. „Der Gebäudebereich ist in Österreich für rund ein Drittel der der CO2-Emissionen verantwortlich. Durch die Wohnbauförderung haben wir einen riesigen Hebel in der Hand“, betont Josef Scheinast, Wohnbausprecher der Grünen.

Nachwuchsprobleme kennt die Branche nicht: Der Standort Kuchl mit seiner FH und dem Holtechnikum zählt zu den wichtigsten Kompetenzzentren für Holz in Österreich. Zudem wächst im Jahr mehr Holz nach als geerntet wird.

Interview
Gregor Grill ist Geschäftsführer von proHolz, ein Verein der Salzburger Forst- und Holzwirtschaft. Er berichtet über den Boom.

Warum ist Holzbau so attraktiv geworden?

Um die 2000er-Wende ist Brettsperrholz auf den Markt gekommen, das ermöglicht mehrstöckige Holzbauten. In der Technologie hat sich viel getan. Auch weil es ein gesunder, natürlicher Werkstoff ist, wurde Holz immer attraktiver. Und die Kosten sind nicht mehr so hoch wie früher.

Holzbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Wir haben genug Fichtenwälder, genug holzverarbeitende Betriebe, Bildungseinrichtungen und die Technologie - so können wir die Wertschöpfung im Land halten. Wir stehen bestens da und können sogar 70 Prozent ins Ausland exportieren.

Wo liegen die Herausforderungen?

Beim Brandschutz. Holz brennt, aber kontrollierbar. Zudem gibt es gute Brandschutzkonzepte. Eine Lösung ist hier der Hybridbau. Auch der Klimawandel wirkt sich auf den Markt aus, wir sind aber wenig betroffen. 

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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