05.02.2020 08:00 |

Neue Ermittlungsgruppe

Tirol: Geballte Kräfte gegen illegales Glücksspiel

Dem illegalen Glücksspiel endgültig den Garaus machen – mit diesem Ziel wurde Mitte 2019 in Tirol eine spezielle Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen, im Rahmen derer Polizei und Behörden verstärkt zusammenarbeiten. Die erste Bilanz kann sich sehen lassen. So wurden bis Ende des Vorjahres bereits über 100 verbotene Geräte aus dem Verkehr gezogen und sieben Betriebe dicht gemacht.

In den vergangenen Jahren gab es hierzulande einen regelrechten Boom von illegalem Glücksspiel. Von der verdreckten Spelunke, dubiosen Hinterzimmern bis hin zum offiziellen Wettbüro – vielerorts wurde teils gezockt auf Teufel komm raus. Trotz des strikten Verbots, das im Veranstaltungsgesetz klar geregelt ist. Darin heißt es unter anderem sinngemäß: Die Aufstellung und der Betrieb von Automaten, die nicht dem Glücksspielmonopol des Bundes unterliegen, ist untersagt.

109 illegale Geräte, sieben Schließungen
Durch Kontrollen wurde das Glücksspiel zwar eingedämmt, aber nicht ausgeschaltet. Um den illegalen Machenschaften noch stärker den Kampf anzusagen, nahm im Juni 2019 eine Ermittlungsgruppe, bestehend aus Polizei und den Bezirkshauptmannschaften, ihre Arbeit auf. Mit Jahresende konnte diese bereits eine beachtliche Bilanz aufweisen: Bei 448 Kontrollen in ganz Tirol wurden 259 Lokale überprüft. Dabei wurden 109 illegale Geräte beschlagnahmt oder versiegelt. In sieben Fällen kam es zu Betriebsschließungen.

Ein großer Erfolg, wie Landeshauptmann Günther Platter betont: „Das Spiel mit der Schwäche von Menschen ist nicht zu tolerieren, weshalb wir auch künftig aktiv und mit aller Härte dagegen vorgehen werden.“

Sucht mit fatalen Folgen
In dieselbe Kerbe schlägt auch LHStv. Ingrid Felipe, die auf die Sucht und die fatalen Folgen hinweist. „Ein Prozent der Tiroler Bevölkerung weist ein problematisches oder pathologisches Verhalten in Bezug auf Glücksspiel bzw. Wetten auf. Ein Viertel der in Behandlung befindlichen Personen haben sogar Schulden von mehr als 50.000 Euro.“

Digitale Welt als „Übel“
Für die Fahnder wird die Arbeit jedenfalls nicht leichter. Denn das Spiel mit dem Glück hat sich stark gewandelt. Stichwort: Digitalisierung. „Während die klassischen Automaten mittlerweile quasi verschwunden sind, wird nun auf Handys und Tablets gespielt“, weiß Landespolizeichef Edelbert Kohler. Hier gelte es jedenfalls anzusetzen.

Ausgedehnt werden die Kontrollen auch auf das neue Tiroler Wettunternehmergesetz. Die zuständige LR Patrizia Zoller-Frischauf zählt zwei Beispiele auf: „So sind nun etwa ,Klingelbetriebe’ verboten. Wettlokale müssen zu den Betriebszeiten allgemein zugänglich sein. Einschränkungen gibt es zudem bei Live-Wetten. So kann etwa nicht mehr auf jeden Eckstoß oder Elfmeter gewettet werden.

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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