Zweifel an Schuld
Franzose nach 16 Jahren aus der Haft entlassen
Am Donnerstag konnte Leprince seine Zelle verlassen. "Uns liegen eine Reihe von Indizien vor, die alle zum selben Schluss führen: Leprince ist unschuldig", sagte der Anwalt des Verurteilten nach der Entlassung dem französischen Sender LCI. Sein Mandant sei äußerst bewegt gewesen, als er ihm die Nachricht überbringen konnte.
Richter im nordwestfranzösischen Le Mans hatten Leprince für schuldig befunden, im Jahr 1994 seinen Bruder, seine Schwägerin sowie zwei Nichten mit einem Fleischermesser getötet zu haben. Motiv sollen laut Anklage Eifersucht und Schulden bei dem Bruder gewesen sein. Der Familienvater beteuerte stets seine Unschuld.
Gericht muss über weiteres Vorgehen entscheiden
Leprince bleibt nun so lange unter Polizeiaufsicht, bis eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen ist. Ein Gericht muss entscheiden, ob es ein neues Verfahren gibt oder ob es sofort ganz eingestellt wird. Auch eine erneute Verhaftung ist möglich. Am 1. Juli hatte ein Revisionsausschuss überraschend die Freilassung angeordnet.
Sollte der 53-Jährige auf freiem Fuß bleiben, will er nach Angaben der französische Tageszeitung "Le Parisien" mit seiner Ehefrau Béatrice ein neues Leben in einer neuen Stadt beginnen. Die beiden hatten im Gefängnis geheiratet.
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