30.01.2020 09:00 |

40 Personen gerettet

Bergbahnevakuierung perfekt wie aus dem Lehrbuch

Tirols Bergretter sind die „Helden“ dieser Woche: Nach Zwischenfällen bei Seilbahnen im Außerfern und Zillertal bargen sie fast 40 Personen aus den Gondeln bzw. von Sesseln - alle beinahe völlig unverletzt! In Höfen hatte es bange Momente gegeben, weil ein Baum auf das Tragseil der Hahnenkammbahn gestürzt war, im Zillertal stoppte ebenfalls der Sturm zwei Bergbahnen.

Der Notruf erreichte die Bergrettung Reutte am Dienstag gegen 12 Uhr. Eine Sturmböe hatte einen Baum auf das Seil der Achter-Gondelbahn in Höfen gedrückt. In den Kabinen waren viele Kinder samt Lehrern der Volksschule Reutte - insgesamt 31 Personen.

„Waren bestens vorbereitet“
„Die Problematik zu Beginn war, dass wir nicht wussten, in welchen Gondeln sich Personen befanden“, sagt Einsatzleiter Franz-Peter Angerer von der Bergrettung Reutte. So galt es, jede Gondel zu prüfen. „Wir üben die Evakuierung der Bergbahn regelmäßig, deshalb waren wir bestens vorbereitet“, informiert Angerer. Die Reuttener Seilbahnen verfügen über ein Bergesystem der Tiroler Bergrettung, das an die Abschnitte der Bahn angepasst ist. „Bei den Übungen bekommt jeder einen Abschnitt zugeteilt, sodass wir uns gut zurechtfanden.“

„Niemand hatte Panik“
Die Bergretter hängten sich an den Stützen mit Rollen ins Tragseil ein und fuhren zu den Gondeln hinab. Die Fahrgäste wurden abgeseilt und mit Skidoos bzw. zu Fuß zur nächsten Hütte gebracht. „Niemand hatte Panik, alle blieben unverletzt“, sagt Angerer. 30 Bergretter aus Reutte, Vils und Nesselwängle sowie Bahnbedienstete standen bis 16.30 Uhr im Einsatz.

Sessel verkeilte sich
Schauplatzwechsel ins Skigebiet Hochzillertal-Kaltenbach. Dort schleuderte gegen 14.15 Uhr der Sturm einen Sessel der Neuhüttenbahn gegen eine Rampe und verkeilte sich: Elf Personen saßen in den Sesseln fest. Liftmitarbeiter bargen vier Wintersportler nahe des Ausstiegsbereichs, 29 Einsatzkräfte der Bergrettung Kaltenbach, Zell und Jenbach seilten sieben Fahrgäste im oberen Drittel der Bahn ab.

„Wir können angesichts des Sturms, der in dieser Intensität nicht vorhergesagt war, froh sein, dass nicht mehr passiert ist“, resümiert Ulli Huber, Bezirkseinsatzleiter der Bergrettung. Nur eine Person erlitt durch das Zuschlagen der Kuppel eine Verletzung am Daumen. Die Rettungsaktion dauerte zwei Stunden.

Sturm lässt Sessel schlingern
Wegen des Sturms musste im Hochzillertal zur gleichen Zeit ebenfalls der Sonnenjet (Sechser-Sesselbahn) stoppen. Im Notbetrieb wurden die 35 Fahrgäste aber sicher rückwärts in die Station gefahren.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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