07.07.2010 14:28 |

Massen in Pamplona

Kämpfer verletzten sich bei Auftakt vor allem gegenseitig

Der "Lauf mit dem Tod" in Pamplona hat begonnen: Bei der ersten Stierhatz des Sommers in der nordspanischen Stadt wurden am Mittwoch 60 Menschen überwiegend leicht verletzt. Die meisten zogen sich Prellungen oder Schürfwunden zu. Für drei der Teilnehmer endete das lebensgefährliche Spektakel allerdings im Krankenhaus, wie die Rettungskräfte mitteilten.

Darunter war auch ein 18-jähriger Tourist aus Australien, der nahe der Stierkampfarena stürzte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Verletzte durch Hornstöße gab es diesmal nicht. Einer der Läufer hatte riesiges Glück: Er wurde von einem der Stiere am Ärmel erwischt. Das spitze Horn zerriss aber lediglich das T-Shirt, der junge Mann selbst kam mit dem Schrecken davon.

Nach der "Chupinazo" genannten Eröffnungsfeier, bei der sich die auf dem Hauptplatz der Stadt versammelten Stierkämpfer und Schaulustigen mit Rotwein besprühen, begann die erste zweieinhalb Minuten lange Stierhatz. Da die Straßen mit Menschen überfüllt waren, stolperten mehrere Läufer und stürzten übereinander bzw. warfen sich gegenseitig zu Boden. Die Minderheit wurde von den bis zu 600 Kilogramm schweren Stieren überrannt.

15 Tote seit 1924
Bei dem gefährlichen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen sechs Kampfstiere und mehrere zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte wagemutige Männer, die "Mozos", rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her.

Als einzige "Waffe", um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Die Hatz ("Encierro") war durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt geworden und findet seit dem Mittelalter im Rahmen des San-Fermin-Festivals statt. Seit den 1924 laufenden Aufzeichnungen kamen 15 Läufer ums Leben, zuletzt 2009 ein 27-jähriger Spanier.

Tierschützer kritisieren die Hatz schon seit Jahren als Tortur für die Stiere und begleiten sie jedes Jahr mit Protest-Aktionen.

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