100.000 Euro Schaden

Polizisten sind Boutiquen-Bande auf den Fersen

Niederösterreich
02.07.2010 11:28
Burgenländische Ermittler haben eine Bande, die bundesweit für mehrere Einbrüche in Boutiquen verantwortlich sein soll, im Visier. Nach Coups vom vergangenen November in Zwettl und in Mattersburg hat die Polizei einen 30-jährigen Serben ausgeforscht. Nach dem Verdächtigen wird gefahndet. Bei dem Einbruch in Mattersburg wurden aus einem Geschäft rund 1.200 Kleidungsstücke gestohlen. Schaden: 100.000 Euro.

Die Gruppe, deren Mitglieder alle aus dem früheren Jugoslawien stammen dürften, ging stets nach dem selben Muster vor und hatte es ausnahmslos auf hochwertige Markenware abgesehen, schilderte ein Ermittler. Kleidung, die nicht in das Beuteschema passte, blieb zurück. Auch der im vergangenen November in Zwettl in Niederösterreich verübte Einbruch mit einem Schaden von 50.000 bis 60.000 Euro wird mit der Gruppe in Verbindung gebracht. In vier weiteren Fällen sind die Erhebungen noch am Laufen.

Immer die gleiche Vorgangsweise
Seit vergangenem November sind die Ermittler der Bande auf den Fersen. Aufgrund der Spurenlage und des immer gleichen Modus Operandi dürfte man es mit zumindest drei Tätern zu tun haben. Die Einbrecher drangen in die Boutiquen stets durch die Hintertür ein.

Dafür wurden auch Umwege in Kauf genommen: Beim Coup in Mattersburg überwanden die Eindringlinge vom Hinterhof einer Schule aus zunächst eine 1,20 Meter hohe Mauer. Mit Hilfe eines Sessels stiegen sie auch über die 1,50 Meter hohe Mauer des Nachbargrundstückes und mussten dann noch über eine Stiege, um an ihr Ziel zu gelangen.

Rund 70 bis 100 Meter mussten die Täter mit dem Diebesgut bis zum Fluchtfahrzeug zurücklegen. Ihre Beute verpackte die Bande stets in schwarze Müllsäcke. Allein bei dem Coup in Mattersburg gehe man davon aus, dass die mitgenommene Kleidung rund 30 Säcke füllte, so der Ermittler. Bei den weiteren für die Tätergruppe infrage kommenden Einbrüchen lag der Schaden jeweils bei mindestens 30.000 Euro.

Kombi, "eher Bus" als Fluchtfahrzeug
Als Fluchtfahrzeug dürften die Einbrecher schon wegen der Menge des Diebesgutes "zumindest einen Kombi, aber eher einen Bus" verwendet haben, vermutet man beim Landeskriminalamt. Und ein weißer Bus, der nicht in die Nachbarschaft gehörte, sei bei einigen Coups im Nahbereich des Tatorts gesehen worden.

Ein mutmaßliches Bandenmitglied, den 30-jährigen Serben, hat die Polizei mittlerweile identifiziert. Nach dem Verdächtigen, der laut Angaben der Sicherheitsdirektion in Österreich bereits eine zweijährige Freiheitsstrafe wegen Einbruchs verbüßt hat, wird gefahndet. Gegen ihn bestand außerdem ein Aufenthaltsverbot. 

Die Polizei ersucht um zweckdienliche Hinweise an das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 059133/10-3333!

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