Mittwochmittag, gegen 13.50 Uhr, an der Rhône in Genf: Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen sitzt Daniel J. in einem Motorboot und inspiziert einen brüchigen Brückenpfeiler. Doch plötzlich kommt das Boot aus noch bislang unbekannter Ursache ins Wanken – die drei Männer können sich nicht mehr halten und stürzen unweigerlich in den eiskalten reißenden Fluss. Die Arbeiter hatten gegen die Strömung keine Chance.
Ein Engländer wurde zufällig auf die dramatischen Szenen aufmerksam und sprang todesmutig ins Wasser. Und tatsächlich: Der couragierte Brite konnte zwei der über Bord gegangenen Männer so lange über Wasser halten, bis sie die mittlerweile alarmierten Einsatzkräfte ans rettende Ufer zogen.
Nur für Daniel J. aus Feldkirch gab es keine Rettung mehr. Der Helfer schaffte es zwar, den 43-Jährigen kurzzeitig zu packen, dieser wurde aber schließlich von der Strömung weggerissen. Trotz unzähliger Helfer von Feuerwehr, Rettung und Polizei musste die Suche nach dem Österreicher bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden.
Drei Tage lang fehlte vom Opfer jede Spur – bis ein Schwimmer am Samstagabend gegen 19 Uhr schließlich eine schaurige Entdeckung machte: Der leblose Körper von Daniel J. hatte sich rund 700 Meter stromabwärts von der Unglücksstelle im Schilfgras verfangen. Die Ermittlungen vor Ort laufen auf Hochtouren – Vorwürfe gegen den Arbeitgeber des Verstorbenen wurden bereits laut. Die Sicherheitsvorkehrungen seien nicht ausreichend gewesen.
von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.