Tausende Evakuierungen

Serie von Bombendrohungen: Chaos in Russland

Ausland
23.12.2019 19:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Serie mysteriöser Bombendrohungen hält derzeit die Behörden der beiden größten russischen Städte in Atem. Allein am Montag mussten Dutzende Gerichte, Kindergärten, Einkaufszentren und Geburtskliniken in Moskau und Sankt Petersburg aufgrund der anonymen Drohungen evakuiert werden, wie die russischen Nachrichtenagenturen berichteten. Insgesamt wurden bereits Tausende Gebäude geräumt - alleine 8000 in Moskau.

Nach den Angaben der Agenturen besteht offenbar ein Zusammenhang mit der Schließung einer Handelsplattform für Kryptowährungen im Jahr 2017. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge gehen derartige Drohungen seit November fast täglich bei Gerichten in den beiden Städten ein.

Bisher war es immer falscher Alarm
Gedroht wurde demnach auch mit Bomben in der U-Bahn, Krankenhäusern und Schulen. Allein in Moskau seien bisher insgesamt 8000 Gebäude evakuiert worden, davon betroffen seien 770.000 Menschen gewesen. Noch jedes Mal habe sich die Drohung aber als falscher Alarm erwiesen.

Betrugsvorwurf als Auslöser für Serie von Bombendrohungen
Begleitschreiben zu den anonymen Drohungen werfen dem russischen Geschäftsmann Konstantin Malofejew massiven Betrug mit der Kryptowährung Bitcoin im Wert von umgerechnet 815.000 Euro vor und fordern von ihm die Rückzahlung. Demnach soll er das Geld über die inzwischen eingestellte Plattform WEX gestohlen haben, einer Tochter der zuvor bereits von den US-Behörden wegen Geldwäscheverdachts geschlossenen Kryptowährung-Börse BTC-e.

Malofejew, der neben einem Investitionsfonds auch den konservativen christlich-orthodoxen Fernsehkanal Zargrad besitzt, steht als mutmaßlicher Geldgeber der prorussischen Separatisten in der Ostukraine auf den Sanktionslisten von EU und USA. Er weist jede Verbindung zu WEX von sich. Detaillierte Fragen im Rahmen eines Rechercheprojekts des russischsprachigen BBC-Programms ließ er aber unbeantwortet.

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