11.12.2019 07:57 |

Video sorgt für Wirbel

Johnson ahmt für Wahlwerbung Liebesfilm nach

Kurz vor der Parlamentswahl in Großbritannien hat Premier Boris Johnson mit einer an den Liebesfilm „Love Actually“ angelehnten Werbung für Aufsehen gesorgt. In dem über Twitter rasend schnell verbreiteten Beitrag spielt der konservative Parteichef eine Schlüsselszene nach.

Ein Mann gesteht mit Botschaften auf Pappschildern der Frau eines Freundes seine Liebe. Der Film, auf Deutsch unter dem Titel „Tatsächlich ... Liebe“ bekannt, kam im Jahr 2003 in die Kinos.

Botschaften auf Schildern
Johnson macht sich die Szene zu eigen: Er klingelt in dem Beitrag zur Weihnachtszeit an der Haustür einer Frau und bittet sie mithilfe von Botschaften auf Schildern, seine Konservative Partei zu wählen („Vote Conservative actually“). Auf einem der Schilder heißt es in Anspielung auf Labour-Chef Jeremy Corbyn: „Der andere könnte gewinnen.“

Der Beitrag mit Weihnachtsflair, Bezug zum Kinofilm und einem Seitenhieb auf Hugh Grant, der im Original eine der Hauptrollen spielt, sorgte für Aufsehen in Großbritannien.

Grant als scharfer Kritiker Johnsons
Grant ist einer der schärfsten Kritiker Johnsons und unterstützt Kandidaten von Oppositionsparteien. Er zieht mit ihnen von Haustür zu Haustür, um die Briten zum taktischen Wählen zu animieren. Nach wie vor haben die Konservativen in Umfragen die Nase vorne. Doch Johnson kann sich eines Sieges aufgrund des Mehrheitswahlrechts in Großbritannien nicht sicher sein: In vielen Wahlkreisen liefern sich seine Tories und die Labour Party ein sehr enges Rennen.

Idee für Wahlwerbung gestohlen?
Kurz nachdem Johnson seinen Beitrag getwittert hatte, meldete sich die Labour-Kandidatin Rosena Allin-Khan zu Wort und warf Johnson vor, ihre Idee für die Wahlwerbung gestohlen zu haben. Auch sie hatte die Schlüsselszene des Liebesfilms nachgeahmt - aber für Labour damit geworben. Sie hatte ihren Beitrag am 22. November veröffentlicht.

Die Briten wählen an diesem Donnerstag ein neues Unterhaus. Johnson führt derzeit eine Minderheitsregierung an und will sich mit der Neuwahl mehr Unterstützung für sein Brexit-Abkommen sichern.

 krone.at
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