Banken-Stresstest
EU will nun mehr als nur die 25 größten Institute prüfen
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten beim Gipfel am Donnerstag unerwartet beschlossen, anders als bei der ersten Runde des Belastungstests im vergangenen Jahr nicht mehr nur das Gesamtergebnis für alle Banken, sondern individuelle Resultate zu veröffentlichen. Die Ergebnisse sollen bis Ende Juli vorliegen. In Österreich soll die Veröffentlichung sogar schon Ende kommender Woche erfolgen (siehe Infobox).
Auch die EU-Bankenaufseher wollen in Zukunft deutlich mehr Banken einem Stresstest unterziehen als bei der zurzeit laufenden Überprüfung. Der dafür zuständige Ausschuss der europäischen Bankenaufseher (CEBS) arbeite an Phase zwei, die deutlich mehr als die jetzt getesteten 25 Großbanken umfassen würde, sagte ein EU-Beamter am Freitag in Brüssel.
"Keine Bank wird im Stich gelassen"
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf die Anspannungen am Kreditmarkt hingewiesen, sagte ein zweiter EU-Beamter mit Kenntnis der Beratungen beim Gipfel. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe angemahnt, dass die Mitgliedstaaten parallel zur Veröffentlichung der Testergebnisse mit Kapitalisierungshilfen bereit stünden, falls bei einer Bank ein schlechtes Ergebnis herauskommen sollte. "Keine Bank wird im Stich gelassen", sagte der erste Beamte.
Über den Plan der Veröffentlichung von Einzelergebnissen sei zuerst beim letzten Eurogruppen-Treffen in Luxemburg und dann bei der Telefonkonferenz der G-7-Finanzminister am vergangenen Montag beraten worden. Die EU-Staats- und Regierungschefs hätten sich dazu entschlossen, um das Misstrauen unter den Banken zu bekämpfen. Keiner habe sich geweigert, Ergebnisse zu veröffentlichen, aus Sorge, damit zu signalisieren, dass der heimische Bankensektor in großen Schwierigkeiten steckt.
Verschiedene Methoden in EU und USA
Im vergangenen Jahr hatten die EU-Finanzminister eine Bekanntgabe einzelner Ergebnisse gescheut - aus Sorge, schlecht im Vergleich zu den US-Banken abzuschneiden. In Europa und den USA würden sehr unterschiedliche Methoden angewandt, erläuterten die Beamten. Die Amerikaner hätten ein sehr mildes Stress-Szenario zugrunde gelegt und solange den Text justiert, bis ein bestimmter Bedarf der Banken an staatlichen Finanzhilfen herausgekommen wäre. Auch dieses Mal seien die Testmethoden nicht vergleichbar.
Als Szenarien würden dem Test ein Konjunktureinbruch sowie Anspannungen bei Staatsanleihen zugrunde gelegt. Veröffentlicht werden sollten alle relevanten Daten wie zum Beispiel die Kapitalquote.
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