"Angst verbreitet"

Mann tötet heiliges Reh mit Armbrust – sechs Monate Haft

Ausland
18.06.2010 08:47
Jener Japaner, der in der weltberühmten Touristen-Hochburg Nara ein Reh mit einer Armbrust getötet hat, muss dafür nun sechs Monate ins Gefängnis. Die im Nara-Park lebenden 1.000 Rehe in Japans gleichnamiger alter Kaiserstadt sind als lebende Nationalschätze gesetzlich geschützt.

"Indem er eines der Rehe, die Nara repräsentieren, tötete, hat er Angst und Schrecken verbreitet", sagte der Richter am Freitag laut Medien bei der Urteilsverkündung. Der Mann betrieb zur Tatzeit ein Nudel-Restaurant und wollte wegen finanzieller Schwierigkeiten das Fleisch des Rehs teuer verkaufen.

Der 40-Jährige hatte Mitte März nachts auf das trächtige Weibchen einen 52 Zentimeter langen Metallpfeil abgefeuert, der sich in die Lunge des Tieres bohrte. Parkmitarbeiter hatten das verwundete Tier am nächsten Morgen gefunden und operieren lassen, doch es erlag seinen Verletzungen.

Eine Bekannte des Täters wurde wegen Beihilfe zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Da die Rehe Nationalschätze sind, hatten sich die Verurteilten des Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz kulturellen Eigentums schuldig gemacht.

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