02.12.2019 14:00 |

Kunstprojekt und Oper

Linzer Schule macht Geschichte lebendig

Ein Mammutprojekt brodelt seit Jahren in und um den Komponisten und künstlerischen Tausendsassa Peter Androsch. Mit unterschiedlichsten Werkzeugen und vielen Helfern will er anhand des Akademischen Gymnasiums in Linz Geschichte lebendig werden lassen – Endpunkt wird eine Oper im Musiktheater sein.

„Die Schule oder Das Alphabet der Welt“ wird am 19. Jänner in der BlackBox im Linzer Musiktheater uraufgeführt werden. Idee, Musik und Teile des Textes (gemeinsam mit Silke Dörner und Bernhard Doppler) stammen von Peter Androsch. Ein Herzensprojekt für den Linzer, das sich ganz zufällig entwickelt hat: Als er vor einigen Jahren gebeten wurde, an seiner alten Schule, dem Akademischen Gymnasium Linz, eine Maturarede zu halten, kam er danach ins Gespräch mit dem ausgewanderten Absolventen und Psychoanalytiker John S. Kafka sowie dem Literaturwissenschaftler Bernhard Doppler. Eine Idee war geboren.

Geschichte erlebbar machen
Die Reise führte weiter ins Archiv der Schule auf der Linzer Spittelwiese, das bis ins Jahr 1542 zurückreicht: „Ich habe dann auch Schüler eingebunden und mit ihnen das Archiv zerlegt. Sie halfen ihre ganze Schulzeit lang bis zur Matura bei den Nachforschungen und der Weiterentwicklung des Projekts mit.“ Das Ziel: Anhand der letzten 100 Jahre des Gymnasiums und dessen Berührungspunkten mit Persönlichkeiten wie Rilke, Wittgenstein, Bruckner, aber auch Hitler soll Geschichte erlebbar und auch das System Schule hinterfragt werden: „Auf einer eigenen Webseite ist alles zu finden, was wir bisher zu dem Thema erarbeitet haben.“ Da gibt es Reportagen, Fundstücke, Hörspiele, Kunstwerke – ein ganzer Kosmos an Wissen, zusammengetragen von vielen Helfern rund um das ambitionierte Gesamtkunstwerk.

„Grätzelspaziergänge“
Nach mehreren Ausstellungen im Gymnasium folgt in Kürze auch eine eigene in den Fenstern des Landestheaters, um eine symbolische Verbindung zum Aufführungsort von Androschs neuem Musiktheater „Die Schule“ herzustellen. Es ist die Krönung der intensiven Auseinandersetzung mit der Linzer Geschichte. Aber nicht das Ende: Bei „Grätzelspaziergängen“ will Androsch in Zukunft Interessierten weiteren Einblick geben.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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