Heer muss sparen

Darabos will Hälfte der Panzer in einen Tiefschlaf versetzen

Österreich
14.06.2010 13:59
Das Bundesheer könnte im Zuge der geplanten Einsparungen große Teile der Panzertruppe einmotten. Teile des Großgerätes, aber auch die Panzerhaubitzen der Artillerie sollen in einen "Tiefschlaf" versetzt werden, um Betriebs- und Wartungskosten zu sparen, sagte Verteidigungsminister Norbert Darabos am Montag bei der Präsentation des neuen Truppenfunksystems "Conrad".

Wie viele der Panzer eingemottet werden sollen, steht noch nicht fest. Es könnte etwa die Hälfte sein, meinte Darabos. Das Bundesheer verfügt derzeit über 114 Panzer vom Typ Leopard, 112 Stück vom Typ Ulan (Bild), 48 Kürassier-Panzer und 80 Panzerhaubitzen M109. 

Der angedachte Tiefschlaf könnte Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe bringen. Alleine beim Treibstoff gebe es einiges an Sparpotenzial. Ob auch andere Geräte in der Luft oder am Boden betroffen sein könnten, bezeichnete Darabos als "möglich".

"Herunterfahren" statt abschaffen
Darabos bekräftigte neuerlich, dass keine Waffengattungen abgeschafft werden, sondern nur "heruntergefahren". Einmotten sei auch für das Gerät besser, als wenn es zu wenig bewegt werden würde. Darabos warf - wohl in Anspielung auf das 500 Millionen Euro schwere "Mech"-Panzerpaket unter Werner Fasslabend - die Frage auf, ob die Einkäufe seiner Vorgänger sinnvoll gewesen seien.

Ein genaues Spar-Konzept soll über den Sommer ausgearbeitet und im Herbst gemeinsam mit den Sparplänen aller anderen Ressorts vorgestellt werden. Das Verteidigungsressort liegen mit 3,5 Prozent an Kürzungsvorgaben im oberen Bereich. Größere Rationalisierungen kündigte Darabos auch im Verwaltungsbereich und bei der EDV an.

"Technische Revolution" bei Funksystems
Bei der Truppe will er hingegen nicht sparen, bekräftigte der Minister anlässlich der offiziellen Übergabe des neuen digitalen Truppenfunksystems "Conrad". Das System mit rund 5.000 Funkgeräten hat 80 Millionen Euro gekostet und bedeute für das Heer eine "technische Revolution", sagte Darabos. Es hat eine Reichweite von acht bis 30 Kilometer und eine Lebensdauer von maximal 30 Jahren. Der Urtyp des bisherigen analogen Funksystems wurde schon 1968 im Vietnamkrieg eingesetzt.

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