Geld wird knapp

Ort zieht wegen der Krise die Gebühren-Schraube kräftig an

Niederösterreich
12.06.2010 17:30
Harte Zeiten kommen auf die Einwohner von Perchtoldsdorf zu - denn vom Trinkwasser über die Müllabfuhr bis zum Familiengrab auf dem Friedhof wird in dem Weinort im Bezirk Mödling bald vieles teurer. Wegen der Wirtschaftskrise sind die Steuereinnahmen gesunken, die Bürger sollen die leere Gemeindekassa füllen.

Am Montag tagt im Rathaus der Gemeinderat. "Und die Sitzungsvorlage verheißt nichts Gutes", sagt SP-Chef Anton Plessl. Tarife für Wasser, Kanal sowie Müllentsorgung werden angehoben, auch für die letzte Ruhestätte muss man künftig tiefer in die Tasche greifen. Plessl: "Dazu kommen Verteuerungen beim Ortstaxi und in der Musikschule." Im Gegenzug werden Förderungen gestrichen. Bei der Fassadenrenovierung dürfen Hausbesitzer künftig nicht mehr mit Unterstützung der Gemeinde rechnen, auch die Stipendien für Studenten werden gekürzt.

"Alle müssen bezahlen, damit die VP ihr Prestigeprojekt des neuen Festsaals für die Burg finanzieren kann", wettert Plessl.

Diese Vorwürfe weist Bürgermeister Martin Schuster zurück: "Der Umbau hat mit den notwendigen Gebührenerhöhungen nichts zu tun." Wegen der Wirtschaftskrise fehlten heuer Einnahmen in der Höhe von 2,5 Millionen Euro. Schuster: "Den Großteil gleichen wir durch Einsparungen aus." Auch die Politiker mussten bereits ihr Scherflein beitragen. So habe man den Gemeindevorstand von zwölf auf acht Mandatare verkleinert und die Parteisubventionen abgeschafft: "Das bringt 100.000 Euro", rechnet Schuster vor. 

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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