18.11.2019 06:00 |

Fordert Stornogebühren

„Geister-Gäste“: Diese Wirtin macht kurzen Prozess

Sie reservieren für eine große Gesellschaft und tauchen dann nicht auf - immer mehr „Geister-Gäste“ machen den Wiener Wirten das Leben schwer. Gerade vor Weihnachten ein Ärgernis für alle Gastronomen. Vlatka Bijelac, Chefin von Beef & Glory, hebt jetzt Gebühren fürs Nichterscheinen ein.

„Zehn bis 15 Prozent sind mittlerweile falsche Reservierungen, bei denen die Gäste nicht auftauchen, weil sie sich kurzfristig anders entscheiden“, erklärt Peter Dobcak, Gastro-Obmann der Wiener Wirtschaftskammer. „Das trifft vor allem kleine Lokale, denn die Tische bleiben oft leer.“

„Sie sagen Ja, tauchen aber nie auf“
Vlatka Bijelac erinnert sich noch mit Schaudern an die Weihnachtszeit des vergangenen Jahres. Das Steaklokal im achten Bezirk war an vielen Tagen ausgebucht, nur sind viele der Gäste einfach nicht erschienen. „Wir rufen sogar einen Tag vorher an und fragen, ob die Kunden wirklich kommen. Sie sagen Ja, tauchen aber nie auf“, erklärt die Restaurant-Chefin. „Im Vorjahr sind uns so etwa 40.000 Euro entgangen.“

Und weil es heuer schon wieder beginnt, fordert die Gastronomin Stornogebühren von den „Geister-Gästen“ ein: Je nach Zeitpunkt der Stornierung zwischen 50, 70 und sogar 100 Prozent des „entgangenen Mindestumsatzes“. „Wir gehen von einer Mindestkonsumation von 80 Euro pro Person aus“, sagt Bijelac.

Wer bucht, wird um die Kreditkartennummer gebeten. Immer mehr Wirte machen es ihr nach.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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