Mindestens 4 Tote
Afghanische Taliban schießen NATO-Hubschrauber ab
Ein weiterer NATO-Soldat kam ebenfalls im Süden des Landes bei einem Bombenanschlag ums Leben. Wie üblich machte die NATO-geführte ISAF auch bei diesem Zwischenfall keine Angaben zur Identität oder Nationalität des Opfers. Nach Informationen des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org starben damit seit Jahresbeginn bereits mindestens 249 ausländische Soldaten in Afghanistan.
Bei einer Militäroperation in der südöstlichen Provinz Paktika töteten afghanische und ausländische Truppen unterdessen mindestens elf Taliban-Kämpfer. Nach Angaben der Provinzregierung vom Mittwoch sind unter den Toten mehrere ausländische Extremisten. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Der Süden und Südosten Afghanistans gelten als Hochburgen der Extremisten.
US-Verteidigungsminister fordert bis Jahresende eine Wende
Die NATO muss nach den Worten von US-Verteidigungsminister Robert Gates spätestens zum Jahreswechsel eine Wende in Afghanistan herbeiführen. Bis dann hätten die ausländischen Truppen noch Zeit zu zeigen, dass sie den Krieg am Hindukusch gewinnen könnten, sagte Gates am Mittwoch nach politischen Gesprächen in London. Andernfalls würden die Bürger der USA und ihrer Verbündeten den Einsatz nicht mehr unterstützen.
Der Afghanistan-Beauftragte der deutschen Regierung, Michael Steiner, hat unterdessen von den Afghanen mehr politische Eigenverantwortung eingefordert. Nach dem Sicherheitsaspekt und dem zivilen Wiederaufbau müsse die internationale Gemeinschaft nun verstärkt den politischen Prozess angehen. Steiner lobte die Beschlüsse der jüngsten Friedens-Jirga in Afghanistan. Diese sehen eine Versöhnung mit den Taliban vor. Der Afghanistan-Beauftragte warnte jedoch vor zu viel Optimismus. Die Lage sei weiter schwierig. "Wir werden auch Rückschläge haben", sagte er.
Nächste Konferenz am 20. Juli in Kabul
Die nächste internationale Afghanistan-Konferenz soll am 20. Juli in Kabul stattfinden. Daran sollen unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton und mehrere ihrer Amtskollegen teilnehmen. Den Co-Vorsitz soll neben dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon übernehmen.
Symbolbild
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