24.10.2019 09:00 |

Vorsichtig fahren

Täglich ereignen sich in Salzburg acht Wildunfälle

Das Risiko von Wildunfällen ist im Herbst besonders hoch. Im Vorjahr wurden bei uns acht Menschen bei Zusammenstößen mit Tieren verletzt. Es heißt vorsichtig fahren!

Es ist typisch für den Herbst: Die Zahl der Wildunfälle mehrt sich jetzt wieder. Das Wild wechselt vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung oft von einem Waldstück über die Straße in das nächste. Autofahrer sollten daher in Gefahrenbereichen - dort wird mit Verkehrszeichen vor dem Wildwechsel gewarnt - vorausschauend und sehr vorsichtig fahren.

Im Vorjahr wurden in Österreich insgesamt 377 Wildunfälle, bei denen auch Menschen verletzt wurden, verzeichnet. 418 Personen mussten ärztlich versorgt werden. In Salzburg gab es acht gemeldete Wildunfälle mit acht Verletzten. Österreichweit wurden 2018 74.000 Wildtiere überfahren, in Salzburg waren es 2376 tierische Opfer. Damit wurde alle 3,5 Stunden ein Waldbewohner überfahren. Die genaue Anzahl der Unfälle dürfte aber noch höher sein, leider hält sich nicht jeder Lenker an die polizeiliche Meldepflicht.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat erhoben, dass es in der Zeit zwischen 18 und 6 Uhr zu den meisten Unfällen kommt. Acht von zehn Autofahrern erwarten unbewusst, dass die Tiere vom rechten Straßenrand aus kommen. Unfallauswertungen haben aber ergeben, dass die Wildtiere die Fahrbahn von beiden Seiten in etwa gleich oft queren.

Experten haben berechnet, welches Aufschlaggewicht die Tiere bei einem Zusammenprall erreichen. Erfasst ein 50 km/h schneller Pkw ein 80 Kilo schweres Wildschwein, erreicht dieses ein Aufschlaggewicht von zwei Tonnen. Bei Rehen, die um die 50 Kilo wiegen, ist das Gewicht geringer. Bei Hirschen, die um die 180 Kilo auf die Waage bringen ist es noch einmal höher. So bestehen auch für die Autolenker enorme Verletzungsrisiken bzw. sogar Todesgefahr.

Steht ein Tier am Straßenrand oder bereits auf der Fahrbahn, sollte man sofort hupen, kontrolliert bremsen und das Fern- auf Abblendlicht umschalten. So wird das Wild nicht geblendet. Man muss den Tieren Zeit lassen, um weglaufen zu können. Auch dann sollte man noch kurz warten, denn das Wild ist oft rudelweise unterwegs.

Wenn es tatsächlich zu einem Unfall kommt, muss die Gefahrenstelle abgesichert und die Polizei gerufen werden. Der VCÖ rät, wenn ein Zusammenstoß nicht mehr vermeidbar ist, das Lenkrad gut festzuhalten und zu versuchen, am rechten Fahrbahnrand zu bleiben. Das ist besser, als etwa gegen einen entgegenkommenden Wagen zu prallen. Riskante Ausweichmanöver haben oft schlimmere Folgen als der Zusammenstoß mit dem Wild.

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