22.10.2019 14:10 |

Anklage

Arzt soll Frau falsches Medikament gespritzt haben

Weil eine Frau nach einem Behandlungsfehler teils gelähmt ist, muss sich ein Pinzgauer Arzt nun vor dem Landesgericht Salzburg verantworten. Der Mediziner soll laut dem Strafantrag zwei Spritzen verwechselt und der Patientin das falsche falsche Präparat in die Vene gespritzt haben. 

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat einen Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen Facharzt im Pinzgau eingebracht. Der Mediziner soll am 14. Juni 2018 einer damals 51-jährigen Patientin für eine Magenspiegelung irrtümlich ein Anti-Schaummittel anstatt eines Narkotikums in die Vene gespritzt haben. Die Frau ist seither halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Dem Beschuldigten ist in seiner Ordination offenbar der fatale Irrtum passiert. Er soll zwei für die Gastroskopie vorbereitete Spritzen verwechselt haben. Der Arzt habe die Spritze mit dem Anti-Schaummittel, das oral in den Magen eingeführt wird, offensichtlich für die Spritze mit dem Narkotikum gehalten und das Anti-Schaummittel irrtümlich intravenös verabreicht, zitierte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, am Dienstag auf Anfrage aus dem Strafantrag.

Die Folgen für die Patientin waren dramatisch. Laut Neher kam es zu einer Blutgerinnung und Thrombose, einer Durchblutungsstörung im Gehirn mit Einblutung im Kleinhirn, einer Lungenembolie und einer Durchblutungsstörung des Herzens. Sie musste mehrere Wochen in einer Klinik behandelt werden. Die rechte Körperseite der Frau sei bis heute gelähmt, so dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sei, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die schwere Körperverletzung ist dem Strafantrag vom 16. Oktober 2019 zufolge grob fahrlässig herbeigeführt worden. Ein Prozesstermin ist bereits fixiert. Die Hauptverhandlung findet am 19. November 2019 am Landesgericht Salzburg statt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen