Prozess in Linz

Pflegerin griff zum Messer: Mordversuchsanklage

„Es ist Glück und Zufall, dass es nicht zum Tod von Franz L. gekommen ist“, sagt Staatsanwalt Klaus Segelhuber. Der 83-Jährige aus Leonding (OÖ) wurde von der Pflegerin seiner Frau mit dem Messer attackiert. Die Rumänin (22) ist wegen Mordversuch in Linz angeklagt, gibt nur absichtlich schwere Körperverletzung „in Notwehr“ zu. Denn am Morgen des Zwischenfalls in der Küche sei er ganz unvermittelt auf sie losgegangen und habe sie an den Haaren gezogen. Er sei „sehr, sehr zornig und aufgebracht“ gewesen. Dann habe sie auf „einem Möbel ein Messer gesehen“ und es genommen.

Hauptsächlich war die Mutter der Angeklagten mit der Pflege der Familie beschäftigt. Sie kam gut mit Ludmilla (86) und Franz L. (83) aus, nannte sie Oma und Opa. Am 15. Februar trat ihre Tochter den Dienst in Leonding an - und bei ihr lief es nicht so gut. „Sie war schlampig, unzuverlässig und hatte keine Erfahrung mit Insulin“, sagt Staatsanwalt Segelhuber. Nach sieben Tagen sollte die 22-Jährige deshalb nach Hause geschickt werden. Mit gekürztem Lohn. 70 Euro für sieben Tage Pflege. „2,50 Euro pro Stunde waren ausgemacht, und die wurden noch gekürzt“, rechnet Verteidiger Manfred Arthofer vor.

Streit um Bezahlung als Motiv?
Der Streit um die Bezahlung soll auch das Motiv für die Messerattacke sein. Laut Anklage hat die Pflegerin den Senior mit einem 25 Zentimeter langem Küchenmesser angegriffen, als er gerade einen Teller aus dem Schrank nehmen wollte. L. konnte sich aber in den Flur retten und blutüberströmt zu seiner Tochter im Nebenhaus flüchten. Die Angreiferin flüchtete durch ein Fenster.

Von 18 Stichen spricht die Anklage. Verteidiger Arthofer kommt auf sechs Stiche und sagt: „Es waren keine gezielten Stiche. Das ist kein versuchter Mord.“ Der Prozess vor Richterin Andrea Haidvogl wird kommende Woche fortgesetzt.

C. Tröster, Kronen Zeitung/krone.at

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