Ermittlungen laufen

Polizei schäumt wegen rechtsextremer Bürgerwehr

Ausland
17.10.2019 10:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die selbst ernannte Bürgerwehr „Schutzzone“ ist in Deutschland seit einiger Zeit aktiv. Sie nennen sich „Auge und Ohr der Polizei“ und wollen Deutschen Sicherheit bieten. Hinter der Bewegung steckt die rechtsextreme Kleinpartei NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands), die inzwischen auch der Polizei ein Dorn im Auge ist. Denn immer öfter machen die Mitglieder der „Schutzzone“ Jagd auf Ausländer - und vermitteln zudem das Gefühl, mit der Polizei zu kooperieren.

Zuletzt wurden am Dienstagabend in Döbeln im Landkreis Mittelsachsen drei Männer angehalten, die durch die Straßen patrouillierten. Wie die „Bild“ berichtet, hatte das Trio zuvor eigenen Angaben zufolge „nach Cannabis riechende Ausländer verjagt“. Und das war nicht die einzige Anhaltung - auch in den Nächten davor wurden Männer erwischt, die in Warnwesten auf Streife gingen. Gegen sie wird nun wegen Nötigung und Amtsanmaßung ermittelt, wie der MDR berichtete.

Polizei spricht von „befremdlichem Verhalten“
„Diese Aktivitäten der offenkundig rechtsextremen Personen befremden mich“, so die Polizeipräsidentin von Sachsen, Sonja Penzel, gegenüber der „Bild“. Besonders besorgniserregend sei zudem, dass die Männer den Eindruck erwecken, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, und vorgeben, als Sozialarbeiter auf den Straßen tätig zu sein. Tatsächlich verbirgt sich hinter der „Schutzzone“ allerdings die rechtsextreme NPD, wie aus deren Impressum hervorgeht.

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