15.10.2019 14:00 |

Risiko steigt wieder

Alle 4,5 Stunden passiert ein Wildunfall in Tirol

Sie lauert wieder – die wilde Gefahr auf Tirols Straßen! Das Risiko von Wildunfällen steigt im Herbst besonders stark. Im Vorjahr wurden bei fast 2000 Kollisionen 18 Personen verletzt

Könnten Sie jetzt noch bremsen? Jeder Autofahrer kennt sie – die Schilder mit einem darauf abgebildeten Hirsch, die am Straßenrand vor der Gefahr von Wildwechsel warnen. Alle Unfälle können aber auch diese leider nicht verhindern. Denn statistisch gesehen ereignet sich in Tirol alle viereinhalb Stunden ein Wildunfall. Im Vorjahr waren es unterm Strich 1884.

Wenn aus einem Hirsch plötzlich ein Elefant wird
Bei 16 Unfällen waren Personenschäden zu beklagen. Insgesamt wurden 18 Verletzte verzeichnet. Die Dunkelziffer – vor allem was reine Blechschäden anbelangt – dürfte laut Experten wohl weitaus höher sein.

Wie gefährlich ein Zusammenstoß mit einem Wildtier ist, weiß Othmar Thann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV): „Die bei einem Wildunfall wirkenden Kräfte sind enorm: Die Wucht, mit der ein Rothirsch bereits bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf eine Windschutzscheibe prallt, entspricht in etwa der Masse eines ausgewachsenen Elefanten – fünf Tonnen!“

Fataler Irrtum! Lenker denken „rechtslastig“
Eine Untersuchung des Kuratoriums brachte eine kuriose Falschannahme vieler Autofahrer zutage: Demnach erwarten acht von zehn Lenkern Wildtiere unbewusst nur vom rechten Straßenrand kommend. Tatsächlich achten die Tiere natürlich nicht darauf, die „Rechtsregel“ einzuhalten. „In Wildwechselzonen sollte die gesamte Fahrbahn und beide Straßenränder im Auge behalten werden“, lautet daher Thanns Appell.

Statistische Detailauswertungen zeigen, dass sich rund 93 Prozent der Wildunfälle mit Personenschaden im Freiland ereignen. Auffällig ist der hohe Anteil junger männlicher Lenker: Im Durchschnitt der letzten Jahre sind 68 Prozent der verunglückten Personen männlich, 42 Prozent aller Verunglückten waren zum Unfallzeitpunkt zwischen 15 und 24 Jahre alt. Zurückführen lässt sich dieser hohe Anteil der jungen Lenker auf geringe Fahrerfahrung gepaart mit hohem Tempo.

Vorsicht und rettende Helferlein in den Autos
Bei Wildwechsel zuerst bremsen, dann abblenden und hupen – so lautet der erste Tipp des Verkehrsexperten. Viele neue Autos verfügen zudem bereits über Brems- oder Ausweichassistenten, die im Fall des Falles das Steuer übernehmen. Weitere neue Techniken werden getestet (siehe dazu Interview unten).

Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, rät Thann, stark zu bremsen und das Lenkrad gut festzuhalten. Ein Ausweichmanöver sei nicht zu empfehlen: „Das ist weitaus riskanter als ein Zusammenstoß.“

Hubert Rauth
Hubert Rauth
Claudia Thurner
Claudia Thurner
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