Sie sprengten Stromleitungen in St. Kanzian und in Bleiburg, verübten Anschläge auf Eisenbahnlinien und jagten das Partisanen-Denkmal auf dem Kömmel in die Luft. Eine Anschlagsserie hatte in den Siebzigerjahren in Kärnten für Angst und Schrecken gesorgt. Die Urheber wurden nie gefasst.
Erst Anfang März dieses Jahres wurden, wie berichtet, Unterlagen der früheren jugoslawischen Geheimpolizei (UDBA) ausgehoben, die auch Kärntner Slowenen als mutmaßliche Attentäter enttarnt hatten.
Rätsel könnte bald gelöst sein
Jetzt könnte das Rätsel darüber, wer an den Attentaten beteiligt gewesen sein dürfte, bald gelöst sein. Ermuntert durch die Veröffentlichung der UDBA-Akten, bricht jetzt ein Mitwisser von damals sein Schweigen. Im Gespräch mit der "Krone" erinnert sich der Informant, der verständlicherweise ungenannt bleiben möchte, an die Ereignisse in den Siebzigerjahren, die das Land erschüttert haben.
Die Spur führt in die Nähe der slowenischen Staatsgrenze auf den Kömmel bei Bleiburg. Dort soll ein Sprengmeister von einer radikalen Gruppe Kärntner Slowenen rekrutiert worden sein. In einem abgelegenen Anwesen habe man sich dann immer wieder zu Besprechungen getroffen. "Immer, wenn’s gekracht hat, dann war der Sprengexperte dabei. Er hat die Zündschnüre gelegt. Der Sprengstoff kam aus Slowenien und wurde in einem Keller in der Nähe gelagert", berichtet der Informant.
Witwe bestätigt Sprengstoff-Kenntnisse
Der mutmaßliche Bombenleger ist bereits in den Neunzigerjahren gestorben. Seine Witwe bestätigt allerdings auf Anfrage der "Krone": "Ja, er hat sich mit Sprengstoffen ausgekannt und auch als Sprengmeister gearbeitet. Und er war immer mit dieser Slowenen-Gruppe unterwegs. Deshalb haben wir uns oft sehr heftig gestritten."
Nähere Details will die Frau aber nicht preisgeben. Sie fürchte sich vor möglichen Racheakten.
von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
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