1700 € Mindestlohn?

Rendi-Wagner: „Die Wirtschaft kostet das nichts“

Am Sonntag wird ein neuer Nationalrat gewählt. Höchste Zeit, die letzten Fragen zu klären - und zwar die der Österreicherinnen und Österreicher. krone.tv-Moderatorin Damita Pressl hat alle Spitzenkandidaten der Parteien noch einmal getroffen und sie in der Serie „Wir wollen’s wissen“ mit den Anliegen zahlreicher Menschen in unserem Land konfrontiert, die uns in Hunderten Mails, Einsendungen und Postings in den vergangenen Wochen erreicht haben. Im dritten Teil ist die Chefin der SPÖ, Pamela Rendi-Wagner, an der Reihe. Das vollständige Interview sehen Sie im Video oben.

Besonders viele Userfragen gab es an Frau Rendi-Wagner zu den Themen Sicherheit, Migration und Integration. Hier äußert die Spitzenkandidatin scharfe Kritik an Türkis-Blau: „Wir wollen das Migrationsproblem lösen. Wir wollen nicht nur darüber reden. Die FPÖ möchte darüber reden, damit Wahlkampf machen und damit Stimmen bekommen. Aber gelöst hat sie es nicht.“ Die türkis-blaue Regierung habe Deutschkurse gestrichen, die Integration von Migranten am Arbeitsmarkt nicht vereinfacht und damit Probleme verschärft, sagt Rendi-Wagner. Die Außengrenzen der EU seien außerdem bis heute nicht gut genug bewacht. Aus 2015 habe die Partei durchaus gelernt: „Wir wollen, dass sich 2015 weder für die Flüchtlinge noch für Österreich in der Form wiederholt.“

Auch bei der Sicherheit in Österreich ortet Rendi-Wagner Nachholbedarf: Sie will 4500 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten auf den Straßen sehen. In den letzten 18 Monaten wären außerdem unsere Geheimdienste von der internationalen Zusammenarbeit isoliert worden, klagt sie an. 

Ob ihre Forderungen, wie ein steuerfreier Mindestlohn von Euro 1700 Brutto bei Vollzeitarbeit, überhaupt machbar seien? Das wollten viele User wissen. Rendi-Wagner ist zuversichtlich: „Wenn die Menschen mehr Geld zum Leben haben, geben sie auch mehr zurück, indem sie mehr einkaufen“, erklärt sie. Bei gesteigerter Kaufkraft würden die Menschen ihr zusätzliches Gehalt wieder investieren und somit entstünden der Wirtschaft keine Kosten. Durch die Steuerfreiheit des Mindestlohns würden außerdem auch kleine Betriebe sparen. Das sei der beste Motor für eine Wirtschaft, so Rendi-Wagner.

Ihren eigenen Rücktritt nach der Wahl wollte Rendi-Wagner gegenüber krone.at übrigens nicht ausschließen. Sie selbst lebt in einer Mietwohnung in Wien, ihre Kinder gehen auf eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, da kurzfristig anders keine Ganztagsschule zu finden war. Wer denn außerhalb der eigenen Partei ihr Wunschkanzler wäre? Das sei egal, meint Rendi-Wagner. „Man fokussiert in der Politik viel zu sehr auf Köpfe und Namen. Es geht darum, was das Programm für Österreichs Zukunft ist. Völlig wurscht, ob das der Leo, die Anni oder die Pauli macht.“

„Wir wollen‘s wissen“ ist die abschließende Wahlsendung von krone.at zur Nationalratswahl 2019. Wir haben Fragen von Lesern, Usern und Zusehern gesammelt, um die Spitzenkandidaten damit zu konfrontieren. Ein Teil der Bürgerfragen wurde im Vorfeld gestellt und auf Video festgehalten, andere wiederum stammen aus Online-Foren und Social-Media-Kanälen. Ergänzend wurde bei der Themenfindung die aktuelle Integral-Studie der Kronen Zeitung herangezogen.

Teil 1 der Serie, das Interview mit Peter Pilz, sehen Sie hier: Pilz: Habe Gefühl, Kickl schützt Hassprediger
Teil 2 der Serie, das Interview mit Sebastian Kurz, sehen Sie hier: Kurz: "Wer mich wählt, weiß, was er bekommt!"

Damita Pressl
Damita Pressl
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