Falsche abgeschoben?

Pilz: „Habe Gefühl, Kickl schützt Hassprediger“

In genau einer Woche wird ein neuer Nationalrat gewählt. Höchste Zeit, die letzten Fragen zu klären - und zwar die der Österreicher. krone.tv-Moderatorin Damita Pressl hat alle Spitzenkandidaten der Parteien noch einmal getroffen und sie in unserer Serie „Wir wollen’s wissen“ mit den Anliegen zahlreicher Menschen in unserem Land konfrontiert, die uns in Hunderten Mails, Einsendungen und Postings in den vergangenen Wochen erreicht haben. Den Anfang macht der Parteichef der Liste JETZT, Peter Pilz. Das vollständige Interview sehen Sie im Video oben.

Eine Pensionistin aus Wien sagt, sie würde Pilz nicht mehr im Nationalrat sehen wollen, und übt heftige Kritik an ihm: „Weil er immer nur stänkert und stänkert, was ist bitte rausgekommen bei allen Sachen, die er angeprangert hat?“ „Wenn ich etwas kann, dann ist es Kontrolle“, meint Pilz, „ich glaube, das funktioniert ganz gut von Eurofighter über Hypo Alpe Adria bis hin zum BVT-Untersuchungsausschuss.“

Neben Kontrolle geht es Pilz auch um Schutz und Sicherheit der Pensionisten: „Heutzutage werden Milliarden an Pensionsgeldern am Aktienmarkt verspekuliert. Ich will die Pensionisten davor schützen.“ Herbert Kickl (FPÖ) sieht er als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“. Kickl habe in seiner Zeit als Innenminister dem Verfassungsschutz geschadet.

„Alle Hassprediger hiergeblieben“
Zudem wirft Pilz Kickl ein weiteres Mal unverblümt vor, die falschen Leute abgeschoben zu haben: „Alle islamistischen Hassprediger sind hiergeblieben, mir kommt es manchmal so vor, als ob Kickl einen Schutz für Hassprediger organisiert.“ Gut integrierte Lehrlinge hingegen habe die türkis-blaue Regierung des Landes verwiesen. Auch beim Waffenschutz sei das Innenministerium zu lasch gewesen: Es gebe sowohl Rechtsextreme als auch Islamisten mit Waffenschein in Österreich.

Mehr direkte Demokratie
Besonders viele Leser-Fragen kamen zum Thema direkte Demokratie. Ab 100.000 Unterschriften für ein Volksbegehren will Pilz verpflichtende Abstimmungen. Er spricht sich außerdem für ein verstärktes Persönlichkeitswahlrecht aus. 

„Keine leeren Versprechungen im Umweltschutz“
Zu wenig Engagement seiner aktuellen Partei in Sachen Umweltschutz lässt der Mitbegründer der Grünen nicht gelten. Das würde von den Leuten nur so wahrgenommen werden, da in seinem Wahlprogramm lediglich das stehe, „was die Partei auch glaubt wirklich umsetzen zu können“.

Von leeren Versprechungen, wie sie laut Pilz in Programmen anderer Parteien vorkommen, hält er nichts. Wie die Grünen, fordert er eine CO2-Steuer. In Sachen Tierschutz sieht er seine Liste jedoch besser aufgestellt als seine ehemalige Partei: „Die industrielle Massentierhaltung ist für ein Drittel der klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich.“

Grüne nicht „zu 100 Prozent sauber“
Falls es die Liste JETZT nicht in den Nationalrat schaffen sollte, schließt Pilz eine Rückkehr zu den Grünen aus. Zu viele Differenzen gebe es im Bereich der Migrationspolitik, außerdem seien die Grünen keine „zu 100 Prozent saubere Partei“ mehr.

In einer letzten Fragerunde hat der Parteichef auch noch einige persönliche Fragen beantwortet: So brauche eine vierköpfige Familie mindestens 2500 Euro monatlich zum Leben. Er selbst bezahle 850 Euro Miete im Monat und spende zusätzlich 300 Euro monatlich an Wohnprojekte der Caritas. Auf eine Dienstlimousine würde er im Falle eines Ministerpostens verzichten.

Wenn er sich für einen anderen Politiker als Kanzler entscheiden müsste, würde er sich Pamela Rendi-Wagner oder Hans Peter Doskozil wünschen. Pilz‘ Lieblingsgericht sind - wenig überraschend - gebackene Pilze.

„Wir wollen‘s wissen“ ist die abschließende Wahlsendung von krone.at zur Nationalratswahl 2019. Wir haben Fragen von Lesern, Usern und Zusehern gesammelt, um die Spitzenkandidaten damit zu konfrontieren. Ein Teil der Bürgerfragen wurde im Vorfeld gestellt und auf Video festgehalten, andere wiederum stammen aus Online-Foren und Social-Media-Kanälen. Ergänzend wurde bei der Themenfindung die aktuelle Integral-Studie der Kronen Zeitung herangezogen.

Markus Steurer
Markus Steurer
Damita Pressl
Damita Pressl
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