„Zipft mich an“

„Enttäuschend“: Skispringer warten auf Medaille

Olympia
11.02.2026 07:03
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Drei Bewerbe, keine Medaille: Das mit großen Ambitionen zu den Olympischen Spielen nach Italien gereiste rot-weiß-rote Skisprung-Team steht weiter ohne Edelmetall da. Auf der Normalschanze in Predazzo sprangen die ÖOC-Hoffnungsträger teilweise knapp am Podium vorbei, im Mixed Team kam das heimische Quartett nicht über Platz fünf hinaus. „Natürlich ist es enttäuschend, weil wir uns mehr erwartet haben und wissen, dass sie es draufhaben“, sagte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl.

Doch im Frauen-Einzel versagten Mitfavoritin Lisa Eder als Vierte die Nerven, bei den Männern gab es für Stephan Embacher wegen einer verpatzten Landung nur einen siebenten Platz statt Bronze. „Der Telemark zipft mich an. Den haben wir gestern verschissen und heute auch wieder“, sagte Widhölzl am Dienstag nach dem Mixed-Team-Bewerb, in dem 6,2 Punkte auf Bronze fehlten. Während Slowenien, Norwegen und Japan über Medaillen bei der Siegerehrung jubelten, musste das heimische Team um Eder, Embacher, Jan Hörl und Julia Mühlbacher enttäuscht zuschauen.

Mühlbacher untröstlich
Besonders Mühlbacher war nach einem verpatzten ersten Durchgang untröstlich und musste im Auslauf aufgemuntert werden. „Die Medaille habe ich weggeschmissen“, sagte die Oberösterreicherin und entschuldigte sich. „Es tut mir wirklich leid, die Medaille hätten wir uns super verdient. Ich hätte mir gewünscht, dass es ein Einzel gewesen wäre, weil dann hätte ich die anderen nicht mit hineingerissen.“

  Von Eder, Hörl und Embacher gab es keine Vorwürfe, sondern nur aufmunternde Worte. „Julia hat einen guten Job gemacht, sie braucht nicht traurig sein. Wir gewinnen als Team, wir verlieren als Team“, betonte Embacher. Mühlbachers Zimmerkollegin Eder stimmte zu. „Sie braucht sich nicht niedermachen. Jeder hat sein Bestes gegeben und sie hat einen guten Job gemacht.“ Hörl konnte sich indes gut in seine Kollegin hineinversetzen. „Diese Situation habe ich auch schon öfter gehabt. Wir werden uns zusammensetzen, das abschließen und eine Gaudi draus machen“, kündigte der Team-Olympiasieger von 2022 an.

Schinken und Parmesan statt Alkohol
Allerdings nicht so wie Thomas Morgenstern und Andreas Kofler vor 20 Jahren in Turin, wie Hörl betonte. Die damaligen Überflieger hatten nach einer Enttäuschung auf der Normalschanze eine Bar aufgesucht und mehrere Kaltgetränke konsumiert, danach olympisches Gold und Silber auf der Großschanze geholt. „Wir sind eher auf Schinken und Parmesan, das Wegschütten lassen wir weg“, sagte der Salzburger und grinste.

  Widhölzl konnte sich gut an den Abend vor zwei Jahrzehnten erinnern, der Tiroler war damals auch dabei. Doch die Zeiten sind längst andere. „Die Athleten trinken keinen Alkohol mehr“, weiß der 49-Jährige. Für sie gehe es nun darum, positiv zu bleiben. „Wir schauen nach vorne und kämpfen. Es gibt nur volle Attacke“, sagte der Coach mit Blick auf die Großschanze.

Drei Medaillenchancen auf Großschanze
Nach einem freien Tag am Mittwoch stehen die ersten Trainings auf dem Programm, ehe es am Samstag (Männer-Einzel), Sonntag (Frauen-Einzel) und Montag (Super-Team Männer) noch drei Medaillenchancen gibt. „Es ist noch alles drin. Wir werden alles dafür tun, damit wir uns noch eine Medaille abholen“, sagte Frauen-Cheftrainer Thomas Diethart. Und Hörl gab die Marschroute vor: „Es wollte auf der kleinen Schanze nicht sein. Deswegen geben wir jetzt aber nicht auf, sondern noch mehr Gas.“

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