Kurze Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist der venezolanische Oppositionelle Juan Pablo Guanipa nach Angaben der venezolanischen Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado von „schwer bewaffneten Männern“ verschleppt worden. Die Männer in Zivilkleidung hätten Guanipa „gewaltsam“ mitgenommen, erklärte Machado.
Der Vorfall habe sich in der Wohnsiedlung Los Chorros in Venezuelas Hauptstadt Caracas ereignet, erklärte Machado. Die mutmaßlichen Entführer seien in vier Fahrzeugen vorgefahren. „Wir fordern seine sofortige Freilassung“, fügte sie im Online-Dienst X hinzu.
Der 61-jährige Guanipa, ein ehemaliger Abgeordneter und Vizepräsident der Nationalversammlung in Caracas, war am Sonntag ebenso wie Perkins Rocha, ein früherer Rechtsberater Machados, freigelassen worden. Beide sind Verbündete Machados.
Das Posting von Machado auf X:
Nach seiner Freilassung rief Guanipa die venezolanische Regierung in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP auf, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2024 zu respektieren. Nach allgemeiner Einschätzung hatte damals der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia die Wahl gegen den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro gewonnen. Von den Behörden wurde jedoch Maduro zum Sieger erklärt, die Opposition sprach von Wahlbetrug. In der Folge kam es zu gewaltsamen Protesten mit mindestens 28 Toten und mehr als 2400 Festnahmen, González Urrutia floh nach Spanien ins Exil.
Guanipas war zuletzt im Jänner 2025 in der Öffentlichkeit aufgetreten, als er Machado zu einer Protestkundgebung gegen die Ernennung des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro für eine dritte Amtszeit begleitete. Danach tauchte er unter. Im Mai 2025 wurde Guanipa wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs festgenommen und wegen „Terrorismus, Geldwäsche und Anstiftung zu Gewalt und Hass“ angeklagt.
Druck der USA
Unter dem Druck der USA hatte Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez im vergangenen Monat die Entlassung politischer Gefangener verkündet. In der vergangenen Woche gab sie dann eine Massenamnestie für Häftlinge bekannt, die wegen „politischer Gewalt“ einsitzen. Das Gesetz solle „den gesamten Zeitraum politischer Gewalt von 1999 bis heute“ umfassen und am Dienstag in Kraft treten. In dem südamerikanischen Land sitzen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal zufolge noch über 700 politische Gefangene im Gefängnis.
Nach der Gefangennahme und Entführung Maduros in die USA übernahm Rodríguez vorerst das Präsidentenamt. Maduro sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden soll.
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