Der ukrainische Sekeltonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch wollte nicht einfach nur die Eisbahn hinunterdüsen. Er wollte mit seiner Teilnahme an den Olympischen Spielen an jene erinnern, die nicht mehr dabei sein können. Gesichter gefallener Athleten sind auf seinem Schutzhelm zu sehen, der nun von einem Mitarbeiter des IOC verboten wurde. Keine „politischen Botschaften“, auch nicht mit einer bewegenden Geste der Trauer.
Der Krieg dauert nun schon so lange, dass er sich in der allgemeinen Aufmerksamkeit abzunützen droht. Selbst in diesem härtesten und kältesten Winter hat er gegen lautere Schlagzeilen kaum mehr Chancen.
„Unsere Kinder rennen heute schneller in den Schutzraum, als sie früher zu den Schaukeln liefen.“ Das ist ein Satz, der eine Schlagzeile sein sollte. Doch er stammt aus dem leisen Gedicht eines Ukrainers, abgedruckt in der „SZ“. „Kiew weint nicht laut. Es hat keine Zeit dafür. Hier verschiebt man das Weinen auf später, wie das Leben, wie den Schlaf, wie die Normalität. ( . . .) Unsere Medizin ist das Lachen, und wenn der Strom ausfällt, fangen wir an, selbst zu leuchten.“
Das Durchhaltevermögen der Ukrainer ist beeindruckend. Ihre Geschichten zu erzählen, dem Preis des Freiheitskampfs ein Antlitz zu verleihen, ist aber wichtiger denn je. Auch oder gerade auf der Weltbühne der Olympischen Spiele, denen der Frieden als Grundgedanke innewohnt.
Die Ukrainer brauchen die Aufmerksamkeit zum Überleben – wie einen Schutzhelm der Hoffnung.
„Und der Frühling wird kommen. Er kommt immer. Noch nie haben wir hier so auf sehr auf den Frühling gewartet.“
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