Erster Teilerfolg
Erstmals Öl aufgefangen und in Tanker abgepumpt
Suttles erklärte, über eine rund 1,6 Kilometer lange Leitung würden jetzt fast 160.000 Liter am Tag abgepumpt. Ingenieuren war es am Sonntag nach mehreren Fehlschlägen gelungen, ein Rohr an die beschädigte Leitung anzuschließen. Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern wurde ein 15 Zentimeter dickes Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53 Zentimeter breite Leitung gesteckt. BP und die US-Küstenwacht erklärten zuvor, durch das Leck am Grund des Golfs von Mexiko strömten täglich bis zu 5.000 Barrel (rund 800.000 Liter) Öl ins Meer. Seit der Explosion auf der Bohrinsel am 20. April sind so schon Millionen Liter Öl ins Meer gelangt.
Das bisher ausgetretene Öl hat sich aber nicht nur auf der Oberfläche verteilt, sondern schwebt in großen Wolken unter Wasser. Dort hat es inzwischen möglicherweise schon eine Meeresströmung erreicht, die das Öl nach Florida und weiter zur Ostküste der USA treiben könnte. Die Ölfahnen unter der Wasseroberfläche erstreckten sich auf bis zu 16 Kilometer Länge und 4,8 Kilometer Breite, erklärte die Meereswissenschaftlerin Samantha Joye. "Es könnte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis sich das System von der Einleitung solch großer Mengen Öl und Gas erholt."
Große Sorge um Verbreitung des Öls
Unterdessen wächst aber die Sorge, dass große Mengen Öl eine Meeresströmung erreicht haben könnten, die das Öl um Florida herum in den Atlantik und zur US-Ostküste spülen könnten. Wissenschaftlern zufolge ist das ausgetretene Öl möglicherweise bereits in eine bedeutende Meeresströmung geraten, die es bis zu der Inselkette Florida Keys und in den Atlantik treiben könnte. Dies ergeben zumindest einige Computerberechnungen. Der Dekan der Fakultät für Meeresforschung an der University of South Florida, William Hogarth, sagte, ein Forschungsschiff solle nun klären, wie weit das Öl bereits gelangt sei.
Um das Leck ganz abzudichten, wollen die BP-Techniker in etwa einer Woche versuchen, einen speziellen Schlamm in das Bohrloch zu schießen, um es verstopfen und dann mit Beton zu verschließen.
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