Pannenserie

Toyota wollte Zeugen in Misskredit bringen

Ausland
16.05.2010 08:37
Nach seiner Rückrufserie wegen technischer Mängel hat der japanische Autobauer Toyota laut einem Zeitungsbericht versucht, zwei wichtige Zeugen bei einer Anhörung zu den Pannen im US-Kongress in Misskredit zu bringen.

Toyota habe versucht, die Glaubwürdigkeit von Sean Kane, Mitarbeiter eines Forschungsinstituts für Verbrauchersicherheit, und des Experten für Kraftfahrzeugselektronik, David Gilbert, zu untergraben, berichtete am Samstag die "Washington Post" unter Berufung auf Unterlagen des zuständigen Untersuchungsausschusses des US-Repräsentantenhauses.

Beide Experten hatten vor dem Kongress ausgesagt und den Umgang von Toyota mit den technischen Mängeln scharf kritisiert. Gilbert hatte angegeben, er habe elektronische Mängel an mehreren Toyota-Modellen festgestellt, die für Probleme mit ungewollter Beschleunigung der Wagen verantwortlich sein könnten.

Weltweit Millionen Autos zurückgerufen
Der größte Autobauer der Welt hatte in den vergangenen Monaten rund zehn Millionen Autos weltweit wegen technischer Probleme zurückrufen müssen - die meisten in den USA. Dabei war es insbesondere um Autos gegangen, die plötzlich ungebremst beschleunigten. Dieses Phänomen wurde in den USA mit Unfällen in Verbindung gebracht, bei denen 58 Menschen starben. 

Im April hatte Toyota akzeptiert, eine Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar (13,1 Millionen Euro) an die USA zu zahlen, weil der Konzern die Probleme mit der ungewollten Beschleunigung mindestens vier Monate lang verschwiegen hatte.

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