"Brauche jeden Mann"

Trainer stinksauer, aber “Nosti” fährt trotzdem nach Wien

Tirol
14.05.2010 10:22
Am Freitagvormittag steigt die Mannschaft von Wacker Innsbruck in den Bus, der sie zum Auswärtsspiel bei der Vienna am Samstag in Wien bringen wird. Mit viel, viel Selbstvertrauen („Wir holen jetzt drei Siege“). Und mit Markus Obernosterer. Brummend nahm Trainer Walter Kogler den jungen Ballkünstler, der Anfang der Woche ein Probetraining beim deutschen Zweitligisten Cottbus absolviert hat, doch in den Wacker-Kader auf.

"Normalerweise, a normalerweise..." - Der Wacker-Trainer rang sichtlich mit der Fassung.

Was ist schon normal, wenn man drei Runden vor Schluss in der Tabelle einen Punkt vorne liegt - und die Verletztenliste immer länger und länger wird?

Kogler: "Ich brauche wirklich jeden Mann!"
Und den Ärger, wenn der Name "Obernosterer" fällt, kann Walter Kogler wirklich nicht verheimlichen. Dieses Probetraining bei Cottbus, das der 20-Jährige auf Betreiben gewisser Vorstandskreise, aber gegen den Wunsch der sportlichen Leitung in dieser Woche absolviert hat, das ist dem Trainer gar nicht gut eingefahren. Und dass der Junior auch am Donnerstag Feiertag dem Training bei Wacker fern blieb, das auch nicht.

Normalerweise würde der Bursch' heute wohl in der Kabine sitzen bleiben, wenn der Mannschaftsbus Richtung Wien rollt.

Aber "Nosti" fährt mit. Allerdings nimmt ihn Kogler nur brummend mit: "Ich kann schon den harten Hund markieren, aber unsere Personaldecke ist extrem dünn. Ich brauche gegen die Vienna jeden Mann."

Verletztenliste immer länger: wieder Umstellung nötig
Nach Schrott (nach der Operation in München schon wieder mit Krücken unterwegs), Svejnoha und Fabiano fällt auch Bülent Bilgen definitiv aus. Erneut müssen die Tiroler ihre Formation ändern, Löffler soll in Wien den Part auf der linken Mittelfeldseite übernehmen - im Zentrum spielt ja wieder Boris Prokopic (zuletzt gesperrt) die Rolle, die gegen Dornbirn Obernosterer hatte.

Am Optimismus der Tiroler ändern freilich weder die Nosti-Troubles noch die Verletzungen etwas: "Ich traue der Mannschaft zu, dass sie jetzt drei Siege feiern kann", ist der Chef überzeugt.

von Georg Fraisl, Tiroler Krone

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