Die Brennerautobahn hat schon andere Blockaden gesehen. Damals waren ja auch die Bürger auf die Straße gegangen. Am Freitag musste man schon genau hinsehen, um eine Versammlung zu erkennen. Ein paar Politiker, und viele Medienleute - das war's. Ein "Blockaderl", mehr nicht.
Die A13 war ja auch nur in eine Richtung gesperrt. Pkw-Lenker wurden bei Brennersee ausgeleitet und konnten ohne zeitliche Verzögerung weiter gen Süden fahren. Lkw-Fahrer mussten bei Nösslach zwei Stunden warten.
Bürgermeister: "Verzögerungstaktik wird nicht akzeptiert"
Die zwölf Bürgermeister aus dem Nordtiroler Wipptal und sechs Kollegen aus dem Südtiroler Teil waren angetreten, um die Autobahn zu blockieren. Hintergrund waren jüngste Aussagen der Bundesregierung, die die Entscheidung Baustart des Basistunnels – wieder einmal - verschob. "Wir akzeptieren die Verzögerungstaktik der Bundesregierung nicht mehr, denn Wien will auf unsere Kosten sparen", erklärte Steinachs Bürgermeister Hubert Rauch. Er fühle sich wieder im Stich gelassen, doch man werde dafür kämpfen, dass die Regierung ihre Versprechen einlöse.
Demo in Wien angekündigt
Man fürchtet, dass die Entscheidungsverschiebung auf Herbst das Aus für den BBT bedeute. "Die vielen Aussagen der vergangenen Jahre - alles ist Schall und Rauch. Man hat uns belogen und betrogen", ist Rauch bitter enttäuscht. Und diese Enttäuschung werden er und seine Kollegen auch in Wien zum Ausdruck bringen. Am Dienstag wollen die zwölf Bürgermeister geschlossen in die Bundeshauptstadt reisen, um zu demonstrieren.
Ob auch die Tiroler Landesregierung in Wien seine Geschlossenheit mit den Bürgermeistern zeigen wird, ist noch offen. "Wir überlegen das noch", so Bernhard Tilg. Am Freitag jedoch war die Hälfte der Landesräte beim "Blockaderl" vor Ort. Neben Tilg auch Anton Steixner, Christian Switak und Patrizia Zoller-Frischauf.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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