Von Ölpest lernen
BP-Chef: “Weiter Ölbohrungen in großer Tiefe”
Aus dem Unglück müssten aber Lehren gezogen werden, erklärte der BP-Chef weiter. Er äußerte dabei die Hoffnung, dass das Leck an der Bohrstelle im Golf von Mexiko in einer Woche oder zehn Tagen geschlossen sein werde. Im schlimmsten Fall werde es auch länger dauern, sagte Hayward. Wie lange, könne keiner sagen.
Warnsignale übersehen?
Die Kritik an BP wegen der Katastrophe hat mit Anhörungen mehrerer ranghoher Firmenvertreter vor dem US-Senat zugenommen. Die Aussagen der BP-Manager verstärkten den Verdacht, dass möglicherweise zahlreiche Warnsignale im Vorfeld des Untergangs der Ölplattform "Deepwater Horizon" übersehen worden waren. Offensichtlich sei die Katastrophe durch eine "verhängnisvolle Reihe von Ausrüstungs- und operationellen Fehlern" ausgelöst worden, sagte der Vorsitzende des Senatsausschusses für Energie und Handel, Henry Waxman.
Auch die US-Behörde für Rohstoffverwaltung (Minerals Management Service, MMS) musste Kritik einstecken: Laut "New York Times" holte sich diese bei Hunderten Ölbohrungen im Meer nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Stellungnahmen der Wetter- und Ozeanografiebehörde (National Oceanic and Atmospheric Administration, NOAA) ein. Darunter sei auch eine Genehmigung für die im Golf von Mexiko verunglückte "Deepwater Horizon", berichtete die "NYT" am Freitag.
BP soll Kosten übernehmen
Die US-Regierung fordert unterdessen eine "sofortige öffentliche Klarstellung" von BP-Chef Tony Hayward bezüglich der Übernahme der durch die Ölpest entstehenden Kosten. Die Öffentlichkeit habe das Recht auf eine eindeutige Erklärung BPs, dass der Konzern für alle entstandenen und in Zukunft entstehenden Schäden aufkommen werde, schrieben Innenminister Ken Salazar und Heimatschutzministerin Janet Napolitano in einem am Samstag veröffentlichten Brief an den BP-Chef. Man gehe davon aus, dass BP nicht versuchen werde, eine gesetzliche Haftungsgrenze von 75 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) zu nutzen, um Zahlungen an Geschädigte abzulehnen.
US-Regierung will Geld für Ölunfälle auf Seite legen
Bereits am Mittwoch hatte die Regierung im Kongress ein Gesetzesbündel eingebracht, dass eine bessere finanzielle Vorsorge für den Fall künftiger Ölunfälle sicherstellen soll. Es sieht unter anderem die Aufstockung eines von der Ölindustrie durch Steuer-Auflagen gespeisten Treuhänder-Fonds von einer Milliarde Dollar auf 1,5 Milliarden vor. Aus diesem Topf werden beispielsweise Hilfsmaßnahmen der Regierung im Kampf gegen Ölverschmutzungen finanziert. Zur Bekämpfung der Ölpest hat US-Präsident Barack Obama vom Kongress außerdem die Freigabe von mindestens 129 Millionen Dollar (101,7 Millionen Euro) verlangt.
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