16.09.2019 16:36 |

Netzausbau dauert noch

iPhone 11 hat kein 5G - aber ist das ein Nachteil?

Während sich die Konkurrenz - Huawei, LG, Samsung, ZTE - bereits mit ersten 5G-Smartphones in Stellung bringt, um auf das superschnelle neue Mobilfunknetz vorbereitet zu sein, hat Apple vergangene Woche seine neuen iPhones gänzlich ohne 5G-Mobilfunk präsentiert. Das erste 5G-iPhone kommt somit wohl frühestens 2020. Aber ist das ein Nachteil?

Wenn es nach einem Experten des IT-Magazins „CNET“ geht, dann nicht. Denn 5G-Mobilfunk stecke noch in den Kinderschuhen und bis das neue Supernetz tatsächlich für jedermann interessant ist, werde es wohl noch Jahre dauern, analysiert James Martin.

Verzicht auf 5G hat momentan Vorteile
Tatsächlich sei es momentan klüger, als Privatnutzer noch nicht auf 5G zu setzen. Dafür führt Martin gleich mehrere Gründe ins Feld. Da wäre zum einen der Umstand, dass das 5G-Netz noch in den Kinderschuhen steckt und wohl noch Jahre vergehen, bis es flächendeckend ausgebaut ist. Selbst wenn das iPhone 11 5G hätte, hätte man also vermutlich noch lange nicht überall 5G-Empfang und würde letztlich erst wieder über das 4G-Netz surfen.

Hinzu kommt: Nicht nur die Netze sind noch nicht fertig ausgebaut, auch an leistbaren 5G-Tarifen mangelt es noch. Momentan gebe es nur einige wenige teure Premium-Tarife, mit denen man im 5G-Netz surfen dürfte, urteilt Martin für die USA. Hierzulande wäre die Situation nicht anders. Erste „5G Ready“-Tarife heimischer Mobilfunker sind deutlich teurer als 4G-Tarife - und nutzen 5G noch nicht einmal, sondern garantieren nur, dass man das Netz einmal nutzen darf, wenn es dann aktiv ist.

5G: Frequenzwildwuchs, Gift für den Akku
Weitere Vorteile, die Apples neues iPhone aus dem Verzicht auf 5G-Mobilfunk zieht: Das bis zu 10 Gigabit schnelle Supernetz wäre wohl Gift für die Akkulaufzeit, insbesondere wenn man die maximal erzielbaren Datenraten über das „millimeter wave“-Band ausschöpft. Dass viele aktuelle 5G-Geräte nicht über alle prinzipiell möglichen 5G-Frequenzen funken können, schränkt zudem ihren Nutzen beim Wechsel in ein anderes Netz ein - etwa, wenn man mit dem Smartphone auf Reisen geht oder den Mobilfunker wechselt.

Die Summe all dieser Nachteile, die Smartphone-Käufer derzeit mit 5G-Geräten noch haben, gebe Apple vollkommen Recht, den neuen Superfunk noch nicht in sein aktuelles iPhone zu integrieren. Da habe der Nutzer vorerst von anderen Neuerungen wie dem etwas ausdauernderen Akku und der aufgebohrten Kamera des iPhone 11 - und erst recht der Pro/Pro Max-Variante - deutlich mehr.

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