Bergrettern reicht es:

„Jetzt wird Bergung per Polizei-Heli verrechnet“

Jetzt reicht’s einem Retter, er spricht Klartext, nachdem gleich zwei erschöpfte Alpinisten aus dem Attersee-Klettersteig „Mahdlgupf“ in Oberösterreich geborgen werden mussten. „Das war beides grob fahrlässig, in Zukunft werden in solchen Fällen die Kosten für den Hubschraubereinsatz selbst zu zahlen sein“, sagt Einsatzleiter Stephan Santer.

Bereits 23 Einsätze hatten die Helfer heuer schon am „Mahdlgupf“, der als nicht allzu schwer gilt und deshalb oft unterschätzt wird - sind Alpinisten doch mehr als fünf Stunden unterwegs. Die Schlüsselstelle und die Schlusswand werden mit Schwierigkeitsgrad D eingestuft und sind für Untrainierte echte Hindernisse.

In der Nacht ohne Licht unterwegs
Am Freitag um 19.30 Uhr ging der erste Notruf aus dem Klettersteig bei den Bergrettern in Steinbach-Weyregg ein. Eine Slowakin (31) hatte Krämpfe in den Armen, hing unter der Schlusswand. Weil wegen der Dunkelheit ein Heli-Einsatz unmöglich war, stiegen die Retter zur Alpinistin und ihren Begleitern auf, zogen die Erschöpfte per Flaschenzug über die Schlusswand.

Keine Lampen dabei
Anschließend begleiteten die zehn Helfer die Gruppe ins Tal. „Sie hatten keine Beleuchtung, das war grob fahrlässig. Gegen halb zwei Uhr in der Nacht waren wir daheim“, so Stephan Santer.

Kraft ging schon im unteren Viertel aus
Am Samstag gegen 10.30 Uhr der nächste Notruf! Einem Tschechen (34) ging bereits im unteren Viertel des Klettersteigs die Kraft aus. Weil eine Bergung wegen vieler Kletterer schwierig war, wurde der Polizeihubschrauber angefordert.

Fahrlässigkeit wird teuer
„Bei Einsätzen, die durch Fahrlässigkeit zustande kommen, wird künftig auch der Polizeihubschrauber in Rechnung gestellt“, so Santer.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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