12.09.2019 12:43 |

Verschleiert Ihre IP

Sicherer surfen: Firefox testet neues VPN-Angebot

Immer mehr Staaten - längst nicht mehr nur autoritäre wie China - versuchen, den Daten-Highway mit nationalen Gesetzen zu pflastern. Mancherorts gelten Upload-Filter oder Website-Sperren, länderspezifische Abgaben und Pflichten machen das Web zum juristischen Fleckerlteppich. VPN-Dienste, mit denen der Datenverkehr über einen zwischengeschalteten Server läuft, erfreuen sich deshalb wachsender Beliebtheit. Bald dürfte auch der Firefox-Browser mit einem solchen Dienst an den Start gehen.

Das berichtet das IT-Portal „The Verge“. Der freie Browser - er hat bereits Finessen wie das automatische Blockieren sogenannter Tracker, die das Surf-Verhalten protokollieren - dürfte schon bald mit einem eigenen VPN-Dienst ausgestattet werden. Das „Firefox Private Network“ solle ein „sicherer, verschlüsselter Pfad ins Web“ werden, zitiert man die Entwickler. In den USA kann das Feature in der Firefox-Beta bereits getestet werden.

Firefox-VPN schützt Browser-Datenverkehr
Im Gegensatz zu VPN-Diensten, die in die Windows-Netzwerkumgebung eingebunden oder mit einer eigenen Applikation am PC oder Smartphone installiert werden, wird beim Firefox Private Network nur der Datenverkehr des Browsers über das VPN geleitet. Um den Dienst an- und abzuschalten, genügt ein Klick auf einen kleinen Button in der Menüleiste, der nach dem Willen der Entwickler vor allem in öffentlichen WLANs aktiviert werden sollte, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Firefox-VPN zunächst kostenlos
Für das Video-Streaming über Ländergrenzen hinweg ist das Firefox-VPN nicht gedacht, da der gewünschte Standort nicht eingestellt werden kann. Um die eigene IP-Adresse zu verschleiern und der Auswertung des Surf-Verhaltens zu entgehen, dürfte es nach Einschätzung der ersten Tester aber durchaus nützlich sein. Mozilla hat angekündigt, das Firefox-VPN werde „für eine limitierte Zeitspanne kostenlos sein“, deuten also an, der Dienst könnte künftig kostenpflichtig werden.

Bei Opera gibt es schon VPN
Ein VPN-Feature, mit dem man die eigene IP-Adresse verschleiern und unerkannt surfen kann, gibt es beim Konkurrenz-Browser Opera schon länger. Der basiert auf dem technischen Unterbau von Google Chrome, wurde von den Entwicklern allerdings um einige zusätzliche Features wie kostenlose VPN-Nutzung und Gestensteuerung erweitert. Im Gegensatz zum freien Browser Firefox gehört Opera privaten Investoren. Das norwegische Unternehmen, das hinter dem Browser steht, wurde 2015 von einem chinesischen Konsortium übernommen.

Eine andere IP schützt nicht nur vor Zensur
Tipp am Rande: Wer beim Online-Shopping oder beim Buchen einer Reise einen VPN-Anbieter zur Verfügung hat, sollte Angebote vor dem Kauf mit verschiedenen IP-Adressen und Endgeräten aufrufen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass das Gegenüber über sogenanntes „Dynamic Pricing“ einen höheren Preis verrechnet, weil die IP-Adresse einem eher reicheren Land zugeordnet wird oder das Gegenüber wegen Ihres Geräts davon ausgeht, dass Sie etwas mehr bezahlen könnten.

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