Transitforum fordert

Beim Straßenlärm endlich auf die Bremse treten

Tirol
07.09.2019 16:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

„Man darf Leute in ihrer Lärmhölle nicht alleine lassen. Wenn wir eine enkeltaugliche Zukunft wollen, dann müssen wir knallhart die Interessen der Bevölkerung vertreten“, begründet das Transitforum Tirol, warum es seine Forderungen an den „Aktionsplan Umgebungslärm“ des Bundes noch einmal nachgeschärft hat.

Vor einem Jahr hat das Transitforum fristgerecht zu den Aktionsplänen Stellung bezogen - und bis heute noch keine Antwort erhalten. Das wurmt Fritz Gurgiser deutlich. „Sind wir in Sizilien? Die Verantwortlichen gehen auf Tauchstation und verweigern sich jeglicher Diskussion: Ein derartiges Versteckspiel habe ich in 30 Jahren nicht erlebt. Damit wird die Demokratie außer Kraft gesetzt.“

Nun haben Gurgiser und seine immer größer werdende Schar von Mitstreitern das Forderungspaket an das Verkehrsministerium noch einmal nachgeschärft: „Wir lassen uns nicht täuschen und verlärmen. Tirol kann derzeit private und betriebliche Anrainerschaft vor Straßenlärm nicht ausreichend schützen.“ Die wichtigsten Forderungen daraus:

Die Forderungen im Detail: 
1. Reduktion der Lärm-Grenzwerte unter Berücksichtigung der alpinen Topographie. „Tirol darf nicht gleich behandelt werden wie das Burgenland oder die Po-Ebene. Die Berge machen den Unterschied.“

2. Alle Straßen sollen in den Umgebungslärmkataster aufgenommen werden und nicht nur jene ab einer gewissen Frequenz.

3. Erhebung aller (Gesundheits-)Schäden, die durch Lärm entstehen. „Überall gibt es Untersuchungen, nur in Tirol nicht.“

4. Gleichstellung der Straße mit Betrieben aller Art in Bezug auf die Finanzierung von Lärmschutz. Dieses Verursacherprinzip soll in der Landesverfassung verankert werden.

5. Im Straßenverkehr gehöre vieles vom Verwaltungsrecht ins Strafrecht. „Wenn z.B. Lenk- und Ruhezeiten überschritten werden, dann gefährdet der Lenker nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das anderer“, sagt Gurgiser. Die Strafen für derartige Vergehen seien in Österreich viel zu gering.

6. Mehr Einsatz von lärmminderndem Asphalt auf den Straßen „Geld dafür ist aus Steuern der Autofahrer reichlich vorhanden.“

7. Mehr Tempolimits von 30 km/h. „Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich längst bewiesen, es muss nur noch in die Köpfe rein. Allerdings soll das auf Freiwilligkeit beruhen, Verbote gibt es mehr als genug.“

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