Spur nach Linz:

Verliebte Seniorin gab Gaunern 100.000 Euro

Verliebt in ein Phantom! Eine Seniorin (68) aus Niederösterreich fiel auf den „Love Scam“-Schmäh hinein, ließ sich via Internet vorgaukeln, dass ein Wissenschaftler sie heiraten möchte. Die Penisionistin übergab Gaunern mehr als 100.000 Euro, der erste Coup fand in Linz statt.

Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Betrug, konnten nach umfangreichen akribischen Ermittlungen und der guten Zusammenarbeit mit den deutschen Strafverfolgungsbehörden in München 2 Beschuldigte festnehmen.

Kontakt über soziale Medien
Im März 2019 nahm ein bis dato unbekannter Täter über soziale Medien Kontakt zu einer 68-jährigen Niederösterreicherin auf. Der Mann gab sich ihr gegenüber als ein auf einem Schiff tätiger Wissenschaftler aus und stellte dieser in offenbar durchdachter Gesprächsführung eine weitere gemeinsame Lebensplanung in Aussicht. Der Unbekannte suggerierte der 68-Jährigen in diesen Kontakten, dass sein auf dem Schiff befindliches vorgebliches Barvermögen von mehreren Millionen US-Dollar durch kriminelle Handlungen bedroht sei und von ihr deshalb in Verwahrung genommen werden sollte. Auch sei das Bargeld aus Sicherheitsgründen eingefärbt worden und müsse daher kostenintensiv gereinigt werden.

Unbekannte Abholer
Er bewegte die 68-Jährige so über Monate hinweg mehrfach zur Übergabe von Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro an unbekannte Abholer im Umfeld der Hauptbahnhöfe diverser europäischer Großstädte. Die Gesamtschadenssumme liegt in einem niedrigen sechsstelligen Eurobetrag.

Opfer erstattete endlich Anzeige
Nachdem die 68-Jährige im Juli 2019 schließlich auf diese Betrugsart aufmerksam geworden war und beim Landeskriminalamt Niederösterreich Anzeige erstattete, wurden von Bediensteten des Ermittlungsbereiches Betrug umfangreiche und länderübergreifende Maßnahmen zur Ermittlung der Männer betrieben. Als die Unbekannten eine weitere Geldübergabe am Münchner Hauptbahnhof forcierten, ersuchte das Landeskriminalamt Niederösterreich die bayerischen Behörden um internationale Rechtshilfe.

Zusammenarbeit mit Münchner Kripo
In der Folge koordinierte das Münchner Kriminalkommissariat 77 für Betrugsdelikte die weiteren Maßnahmen in der bayerischen Landeshauptstadt.

Zwei Verdächtige in Haft
m Zuge der Überwachungsmaßnahmen und nicht zuletzt auf Grund der hervorragenden sowie unkomplizierten Zusammenarbeit zwischen den österreichischen und deutschen Behörden konnten in den Nachmittagsstunden des 27. August 2019, ein 44-jähriger Italiener sowie ein 35-jähriger Kameruner nach erneuter Kontaktaufnahme mit der 68-Jährigen als dringend tatverdächtig festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft Linz erließ einen EU-Haftbefehl gegen die beiden Beschuldigten.

Nicht geständig
Die beiden Beschuldigten zeigten sich nicht geständig und wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft München in die dortige Justizanstalt eingeliefert.

Ersuchen um Auslieferung
Die Staatsanwaltschaft Linz hat um Auslieferung der beiden Festgenommenen ersucht. Das Auslieferungsverfahren wird bei der Generalstaatsanwaltschaft München geführt.
Die Ermittlungen und Überprüfungen zu ähnlich gelagerten Fällen werden weitergeführt.

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