03.09.2019 21:32 |

Mittwoch Sommervortrag

Im Botanikzentrum wachsen „Hiobstränen“

Die „Hiobsträne“ (Coix lacryma-jobi) ist ein außergewöhnliches Süßgras. Vor Tausenden Jahren wurde es in Ostasien und auf der Malaiischen Halbinsel als Getreide genutzt. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert kennt man es auch bei uns. So hat man etwa Rosenkränze daraus angefertigt. Im Botanikzentrum gibt es Mittwoch dazu einen „Sommervortrag“.

Die Samen wurden damals wie Getreide gekocht und gegessen; auch heute noch. Man kann sie aber auch zu Drinks, Likör und Essig verarbeiten. In China hat man die „Chinesische Perlgerste“ einst sogar medizinischen Präparaten beigemischt. Die Inhaltsstoffe wirken nämlich fiebersenkend, bakterizid und fungizid und stärken Milz und Verdauungsorgane.

Als sie nach Europa kam wurde die Pflanze anfangs als Kuriosum betrachtet. Man hatte großes Interesse daran und sie wurde in vielen Gärten angepflanzt. Schließlich kam man auch darauf, sie auch in anderen Bereichen zu nutzen.

Der Leites des Botanikzentrums Klagenfurt, Roland Eberwein: „Es gibt Darstellungen der Hiobsträne aus dem 16. Jahrhundert. Man hat die getrockneten olivenförmigen Scheinfrüchte als Perlen für Rosenkränze benutzt. Im Instrumentenbau wurden sie viel früher schon verwendet. In Ghana etwa hat man alte Rasseln gefunden.“ Heute noch werden Armbänder draus gefertigt.

Versuche, die „Hiobsträne“ in größerer Anzahl in Europa dauerhaft zu kultivieren, schlugen aber fehl und sie geriet in Vergessenheit. Eberwein: „Wir haben allerdings welche in unserem Garten.“ Im Vortrag über ihre bemerkenswerten botanischen Eigenschaften kann man die Pflanze also auch live anschauen.
Beginn 17 Uhr, der Vortrag findet bei jedem Wetter statt. Eintritt frei.

Serina Babka
Serina Babka
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