Zu Tode getreten?

Irakische Polizisten unter Lynchmord-Verdacht

Ausland
01.05.2010 17:19
Weil sie einen verhinderten Selbstmordattentäter gelyncht haben sollen, ermittelt die irakische Justiz gegen mehrere Polizisten. Das Innenministerium in Bagdad teilte am Samstag mit, den Fall nach einer internen Untersuchung an die Justiz übergeben zu haben. Alle Polizisten, die an der "Verletzung der Menschenrechte" beteiligt gewesen seien, würden vor Gericht gestellt und bestraft.

Der Vorfall ereignete sich dem Ministerium zufolge im Februar 2007, als ein Selbstmordattentäter versuchte, mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen auf das Gelände einer Polizeistation im Zentrum Bagdads vorzudringen. Als ein Polizeiwagen den Weg verstellt habe, sei der Attentäter geflüchtet. Polizisten hätten die Verfolgung aufgenommen und den Mann niedergeschossen. Anschließend hätten sie den regungslosen Körper getreten. 

Unklar sei, ob der Attentäter zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen sei. Ein Polizist sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Attentäter sei durch die Schüsse nur verletzt worden. Erst durch die Tritte der Polizisten sei der Mann gestorben. Der oppositionelle TV-Sender Scharkija strahlt seit Donnerstag nach jeder Nachrichtensendung ein Video aus, in dem die Szenen zu sehen sind.

Bei dem versuchten Anschlag wurde nach Ministeriumsangaben ein weiterer Verdächtiger verletzt, er konnte jedoch fliehen. Eine Gruppe von Terroristen habe anschließend erfolglos versucht, die Polizeistation mit Waffengewalt zu stürmen. Die Angreifer seien dann geflohen. Durch das Feuergefecht seien einige der auf dem Lastwagen versteckten Sprengsätze explodiert, dabei habe es Opfer gegeben.

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