14.08.2019 06:00 |

Triathlon

Hollaus im Olympia-Fieber

Das österreichische Triathlon Nationalteam mit Lisa Perterer, Sandra Vilic, Julia Hauser, Alois Knabl und dem Niedernsiller Lukas Hollaus bestreitet am Freitag den Testbewerb für Olympia 2020 in Tokio. Um perfekt gerüstet zu sein, trainiert das Quintett bereits seit einer Woche in Japan.

200 Kilometer nördlich von Japan hat das rot-weiß-rote Team seine Zelte aufgeschlagen. „Nasushiobara ist die Partnerstadt von Linz“, erzählt Lukas Hollaus im Telefonat mit der „Krone“. In der 100.000 Einwohner-Stadt wurde die Österreicher mit großem Bahnhof empfangen. „Wahnsinn, wir wurden rund um die Uhr betreut, bekamen sogar eine eigene Physiotherapeutin gestellt“, zeigt sich der 32-Jährige begeistert. „Wir hatten hier wirklich ideale Bedingungen um uns für Tokio vorzubereiten. Zwar war es etwas kühler als es beim Wettkampf in Tokio sein wird, dennoch konnten wir sehr gut trainieren.“ So wurde extra für die ÖTRV-Equipe während ihrer Trainingseinheiten das Schwimmbad gesperrt und auch bei den Rad-Einheiten waren stets zwei Begleitfahrzeuge mit dabei.

Das Mini-Trainingslager sorgte auch in den lokalen Medien für jede Menge Aufsehen. „TV-Stationen waren da und es sind auch einige Zeitungsartikel erschienen“, verrät der Niedernsiller. Auch kulinarisch fehlte es an nichts. „Die Einheimischen haben uns zu den richtig guten Restaurants mitgenommen. Einzig: Reis werde ich nach meiner Rückkehr nach Österreich wohl so schnell keinen mehr essen“, scherzte Hollaus.

Am Dienstag ging es dann per Zug nach Tokio. „Am Bahnhof wurden wir mit österreichischen Fahnen und Plakaten verabschiedet“, berichtet Hollaus von einem herzlichen Abschied aus Nasushiobara. Am Freitag steigt dann der olympische Testwettkampf. Wie stehen die Chancen, dass Hollaus auch im kommenden Jahr bei Olympia am Start steht. „Ich denke gut“, sagt der frischgebackene Staatsmeister auf der olympischen Distanz. „Aktuell halte ich bei 2100 Punkten für die Qualifikation. Bis kommenden Mai habe ich noch Zeit zwei gute Resultate zu erzielen aber ich gehe davon aus, dass ich das schaffen werde.“

Für den Bewerb am Freitag tut sich Hollaus mit Prognosen schwer. „Ein Platz in den Top-20 wäre super“, sagt der Pinzgauer, dessen Fokus aber eher darauf liegt möglichst viel Informationen von der Strecke zu sammeln. „Ich werde mit Brustgurt schwimmen, eine GoPro-Kamera auf dem Rad montieren und mit einer Puls-Uhr laufen.“ Auch sein Trainer Toni Kesselbacher reist extra nach Japan, um seinen Schützling zu unterstützen.

Besonders das Schwimmen wird zu einer großen Herausforderung. Nicht nur aufgrund der Wasserqualität. „Wir erwarten bei der Rainbow Bridge wo die Strecke entlangführt Wassertemperaturen von bis zu 30 Grad“, beschreibt Hollaus die Situation vor Ort. Eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent macht aber auch das Radfahren und das Laufen zu einer echten Challenge. „Aus diesem Grund wurden auch die Regeln ein wenig gelockert. So dürfen wir auf der gesamten Strecke Getränke gereicht bekommen.“

Generell ist Hollaus aber zuversichtlich: „Ich habe mich die letzten sieben Wochen sehr intensiv auf diesen Bewerb vorbereitet. Auch wenn es wichtig ist möglichst viele Daten und Informationen zusammen, möchte ich doch möglichst viele Punkte im Kampf um das Olympia-Ticket mitnehmen.“

Peter Weihs
Peter Weihs

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