Ferdinand Schmalz

„Mein Text ist nur das Skelett“

In Salzburg schallen momentan wieder die „Jedermann“-Rufe durch die Altstadt - am Landestheater Linz wird man zum Saisonstart im September die moderne Fassung „jedermann (stirbt)“ von Ferdinand Schmalz erleben können. Der 34-jährige Bachmann-Preisträger wurde dafür letztes Jahr schon mit einem Nestroy ausgezeichnet.

„Krone“: Ihr Auftragswerk für das Wiener Burgtheater, „jedermann (stirbt)“, kommt ab 20. September ans Landestheater Linz. Sind Sie in die Produktion vorab involviert?

Ferdinand Schmalz: Normalerweise bin ich gerne bei den Endproben dabei, dieses Mal geht das leider nicht. Auch ob ich zur Premiere kommen kann, ist fraglich - ich werde nämlich ungefähr zu der Zeit zum zweiten Mal Vater!

Gratulation! Sie sind ja ein Familienmensch, besuchen oft noch die Eltern im steirischen Admont. Wie lässt sich das denn mit dem Schreiben vereinbaren?

Mittlerweile habe ich dafür mein eigenes Büro, das ist für mich und auch für meine Familie besser. So kann man die Sorgen vom Schreiben zurücklassen.

Momentan schreiben Sie am Nibelungenstoff, wollen sich auf die Frauenfiguren darin konzentrieren. Haben Sie keine Scheu vor den großen Geschichten der Literatur?

Doch, sehr, aber ich sehe es als Herausforderung. Wie binde ich den Stoff an die Gegenwart? Und eines darf man nicht vergessen: Der Jedermann-Stoff etwa stammt ja auch nicht original von Hofmannsthal, sondern er bezog sich schon auf eine Erzählung aus dem Mittelalter. Und sagt im Vorwort, dass noch viele Autoren damit arbeiten werden.

Was ist der größte Unterschied zwischen Ihrem Jedermann und dem von Hugo von Hofmannsthal, der momentan in Salzburg gastiert?

Der Salzburger Jedermann sieht den Tod als starren Gesell, bei mir ist er eher eine verführerische Figur.

Ihr Jedermann wurde nun schön öfter inszeniert - wie geht es Ihnen als Zuschauer?

Mein Text ist nur das Skelett, das die Theater mit Fleisch behängen müssen. Ich bin da offen, auch wenn es natürlich ein Risiko ist. Was mich aber ärgert, sind fantasielose Umsetzungen.

Sie haben mit nur 34 Jahren schon viele Preise gewonnen. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Momentan wage ich mich an einen Roman heran, der die Weiterentwicklung des Bachmann-Textes sein wird.

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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