"Politik inoffiziell"

Beim EM-Stadion stehen die Zeichen doch auf Rückbau

Kärnten
27.04.2010 17:52
Die Zukunft des Klagenfurter Fußballstadions ist noch immer mehr als ungewiss. Alles dreht sich um die Frage: Rückbau oder Doch-nicht-Rückbau? Selbst mehrere Gutachten führten noch zu keiner endgültigen Lösung. Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Kaiser verrät im Gespräch mit der "Krone", warum die Zeichen - vorerst - doch eher auf Rückbau stehen.

"Im Zweifelsfall bin ich für den Rückbau!" SPÖ-Chef Peter Kaiser will sich zwar in die Entscheidung der Klagenfurter Stadtväter über das Fußballstadion nicht einmischen, lässt aber keinen Zweifel daran, dass er Zweifel hat. "Im Vertrag, der die Unterschriften von Jörg Haider und Harald Scheucher trägt, steht eindeutig, dass das Stadion nach der Fußball-EM 2008 unwiderruflich auf 12.500 Sitzplätze zurückgebaut wird. Darauf wurden von den Firmen die gesamten Berechnungen ausgelegt", erklärt Kaiser.

"Bleibt das Stadion in der jetzigen Größe, soll die Baufirma Porr eine Garantieerklärung abgeben, ob die Materialfestigkeit gegeben ist. Sonst soll man das Stadion zurückbauen – dafür war es ja auch gedacht."

Schützenhilfe bekommt Kaiser durch ein in SPÖ-Kreisen kursierendes Papier. "Das Stadion ist für das Land, die Stadt und den Fußballsport zu groß", heißt es darin. "Die Entscheidung von Haider und Scheucher, sich nicht an die Verträge zu halten, hat bisher schon zusätzliche Forderungen von acht bis zehn Millionen Euro hervorgerufen."

"In Wien wird entschieden werden müssen"
Laut Kaiser sei es gar nicht notwendig, weitere Gutachten einzuholen und die Entscheidung über den Rückbau zu verzögern: "Alle Unterlagen für eine Entscheidung sind vorhanden." Kaiser hat aber wenig Hoffnung, dass sich die Politiker-Truppe in der Landeshauptstadt dazu durchringen kann: "Es wird in Wien entschieden werden müssen. Zumindest muss der Bund sagen: So viel Geld gibt es, aber nur wenn in Klagenfurt sofort eine Entscheidung fällt. Sonst gibt es nichts mehr."

"Politik inoffiziell" von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone" 

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