01.08.2019 06:00 |

Gampe Thaya in Sölden

„Pommes, Frankfurter oder Cola gibt‘s hier nicht“

Dass laut der jüngsten Studie bei der Auswahl der Lebensmittel die Regionalität wichtig ist, ist für Daniela und Jakob Prantl nichts Neues. In der „Gampe Thaya“ wird sie täglich gelebt, sie war und ist sogar der Schlüssel zum Erfolg.

Idyllisch thront sie auf 2000 Metern hoch über Sölden, die Gampe Thaya (Rätoromanisch: wo Tier und Mensch unter einem Dach wohnen). Dort, wo einst im Sommer die Bauern hausten, um die Bergmähder zu bewirtschaften, genießen unzählige Wandertouristen den atemberaubenden Ausblick. Und die Kulinarik! „Die Marmeladen werden alle von uns selbst eingekocht. Die Butter ist vom Nachbar, der Speck vom Metzger im Tal, die Kaminwurzen sind zu 80 Prozent vom eigenen Grauvieh, die auch die Milch für den selbst hergestellten Gampenkäse liefern“, kommentiert Praktikantin Katharina den Almbrunch, der mit der Lachsforelle aus Längenfeld fortsetzt, „die Zeit, die Herkunft zu erklären, nehme ich mir bei jedem Gast.“ Und die kommen in Scharen, sei es als Wiederholungstäter oder weil sie über die Medien die vielen Auszeichnungen mitverfolgt haben.

Stur oder konsequent?
Hüttenwirt Jakob Prantl, der Katharinas Schilderungen nickend realisiert, weiß, dass seine tiefe Überzeugung die Gampe Thaya zu eine der bekanntesten Hütten Österreichs gemacht hat. Die Auszeichnung der Genussregion Österreich oder der Besuch eines Filmteams von Servus-TV belegen dies. „Wir sind Regionalitätsfans bis in die letzte Faser und beziehen fast alle Produkte und Zutaten aus der Umgebung. Unsere Gäste schätzen das ungemein“, sagt der auch manchmal als Sturkopf bezeichnete Prantl.

Stur oder konsequent? Man könnte auch Konzepttreue sagen. Die Prantls gingen ihren Weg unbeirrt, Pommes, Frankfurter oder Cola gibt‘s auf der Gampe Thaya nicht. Stattdessen Fruchtsäfte aus Rietz. Das händische „Inzetten“ der Krautköpfe aus Kematen für das eigene Sauerkraut ist mittlerweile eine Attraktion.

Dem Grauvieh verfallen
Eine kulinarische Attraktion ist der Käse, den Jakob Prantl in der eigenen Käserei selbst herstellt. „Rund 20.000 Liter Milch werden hier jährlich verarbeitet“, sagt einer der letzten Almsenner im Oberland etwas wehmütig. Den Rohstoff dafür liefern die oberhalb der Thaya weidenden Kühe der für das Ötztal typischen Rasse Tiroler Grauvieh. Wenn die Grauen zweimal täglich zum Melken kommen, geht dem Jakob das Herz auf, denn er ist den „Grauen hoffnungslos verfallen.

Für den Hüttenwirt ist übrigens die Symbiose von Landwirtschaft und Tourismus die einzige Chance, bäuerliche Betriebe zukunftsweisend an die nächste Generation zu übergeben. Die Regionalität sei dabei der Katalysator.

H. Daum

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