Mord in Venezuela

Obduktion: Sohn (19) von Steirer wurde erwürgt

Ausland
24.04.2010 09:21
Nach dem Mord an dem 19-jährigen Steirer Amadeus Michael in Venezuela ist der Leichnam des jungen Mannes obduziert worden. Der Bursch sei demnach durch Ersticken bzw. Erwürgen zu Tode gekommen, sagte Außenministeriumssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Freitagabend unter Berufung auf Informationen von Angehörigen des Opfers. Der Doppelstaatsbürger war Mitte April offenbar entführt worden.

Die steirische Familie lebt sei längerem in Venezuela, der Großvater von Amadeus Michael hat sich laut Außenamt dort als Besitzer einer Fiberglasfabrik niedergelassen. Nachdem der in Venezuela geborene 19-Jährige am 13. April nicht nach Hause gekommen war, meldeten ihn Verwandte gegen 22 Uhr als vermisst. Danach kontaktierten Unbekannte die Mutter und forderten eine höhere Summe Lösegeld - einige Hunderttausend Euro.

Bereits am Tag nach dem Verschwinden von Amadeus Michael fand man laut Launsky das ausgebrannte Auto des jungen Mannes. Seine Leiche wurde vergangenen Mittwoch in einem Abwasserkanal in Santa Lucia entdeckt. Der Vater des 19-Jährigen erstattete am Donnerstag Anzeige in Österreich. Er war vor einigen Jahren in die Steiermark zurückgekehrt. Genau das hat nach der Bluttat nun auch die restliche Familie vor, erklärte Launsky. Das Außenamt unterstütze die Steirer dabei.

Ermittlungen laufen nur schleppend
Über den Fortschritt der Ermittlungen gab es am Freitag nur wenig zu berichten: Man habe nach der Anzeige des Vaters die Information an Staatsanwaltschaft, Innenministerium und Außenministerium weitergeleitet, wie Chefinspektor Anton Kiesl vom steirischen Landeskriminalamt auf Anfrage erklärte. Amadeus Michael hätte im Mai seinen Wehrdienst in Österreich antreten sollen. Auf dem offiziellen Wege, sprich über die österreichische Botschaft in Caracas, sollte nun Druck gemacht werden. Von der Steiermark aus könne die Polizei wenig unternehmen, der Ball liege nun bei internationalen Behörden bzw. der Botschaft, hieß es.

Die steirischen Kriminalisten sind zurzeit mit zwei Fällen befasst, in denen Österreicher Opfer von Gewaltverbrechen in Lateinamerika sein dürften. Neben dem 19-Jährigen in Venezuela werden in Costa Rica zwei Steirer, der 67-jährige Horst H. und der 65-jährige Herbert L., vermisst: Hier befürchten die Angehörigen, dass die beiden beraubt und ermordet worden sein könnten.

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